08/08/2026
Aktuelle Betrugsmaschen im Netz!
Vier Maschen, die diesen Sommer richtig gut funktionieren. Ich schreibe das auf, weil ich in den letzten Wochen mehrfach danach gefragt wurde.
1. Das falsche Captcha
Sie landen auf einer Seite, die eine Fehlermeldung zeigt oder Sie bittet zu bestätigen, dass Sie kein Roboter sind. Dazu sollen Sie ein paar Tasten drücken. Machen Sie das nicht. Sie kopieren dabei unbemerkt einen Befehl und führen ihn selbst aus.
Der Trick daran: Weil Sie es selbst starten, schlägt kein Virenscanner an. Es kommt keine Mail, es gibt keinen Anhang. Microsoft zählt diese Methode mittlerweile bei fast jedem zweiten erfolgreichen Einbruch in Firmennetze. Verteilt wird sie über gehackte WordPress-Seiten, häufig von kleinen europäischen Betrieben. Sie müssen also nichts Dubioses anklicken, um da hinzukommen.
Regel: Keine Webseite der Welt braucht, dass Sie irgendwas in ein Windows-Fenster kopieren.
2. Nachrichten, die zu gut passen
Bei Booking.com, BasicFit und anderen sind Kundendaten abgeflossen. Die Betrüger wissen jetzt, wo Sie gebucht haben, wann, für wie viel. Dann kommt eine WhatsApp vom "Hotel": Zahlung bestätigen, sonst verfällt die Reservierung.
Das klingt echt, weil die Daten echt sind. Rufen Sie im Zweifel bei der Nummer an, die auf Ihrer alten Buchungsbestätigung steht. Nicht bei der aus der Nachricht.
3. Die echte Rechnung mit der falschen Kontonummer
Meine persönliche Nummer eins, weil sie so schwer zu erkennen ist. Sie bekommen keine Phishing-Mail. Sie bekommen eine ganz normale Rechnung von einem Handwerker oder Lieferanten, mit dem Sie seit Jahren arbeiten. Nur der IBAN ist getauscht.
In Spanien trifft das gerade massiv Eigentümergemeinschaften: Derramas, Aufzugswartung, Reparaturen. Da fließen schnell fünfstellige Beträge.
Wenn ein Lieferant seine Bankverbindung ändert, rufen Sie ihn an. Unter der Nummer, die Sie schon kennen, nicht unter der aus der Mail.
4. Hacienda, Zara, Shein und Co.
SMS mit einer konkreten Rückerstattung von der Agencia Tributaria, Kurzlink, nachgebaute Sede Electrónica. Oder eine Mystery-Box von einer bekannten Marke. Die Guardia Civil nennt Letzteres die häufigste Phishing-Variante des Jahres in Spanien. Manche dieser Seiten wollen nicht nur Ihre Daten, sondern installieren Fernwartungssoftware.
Was ich Firmen empfehle
Passkeys statt SMS-Codes, weil moderne Phishing-Baukästen den SMS-Code live mitlesen und weiterreichen. Zwei Augen bei Überweisungen ab einem festen Betrag. Und lassen Sie Ihre WordPress-Installation prüfen, wenn sie länger niemand angefasst hat. Die ist im Moment das Verteilnetz.
Wer unsicher ist, ob im eigenen Netz etwas nicht stimmt: Schreiben Sie mir. Schauen kostet nichts.