07/08/2021
Stoppt die Fuchsjagd - Teil 6 - Der Fuchs und die Krankheiten https://www.instagram.com/alexander.somogyi
Jagdverbände propagieren gerne, dass die Jagd auch der Eindämmung und dem Monitoring von Krankheiten dient. Fakt ist, dass die Jagd Krankheiten unter Wildtieren sogar fördert. Im Fall der Füchse werden die Interaktionen und Wanderungen der Tiere durch gestörte Sozialstrukturen und Jagddruck gefördert, wodurch sich Füchse untereinander leichter anstecken. Eine französische Studie von 2017 hat klar gezeigt, dass eine Intensivierung der Fuchsjagd zu einer höheren Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm geführt hat.
Und auch zur Eindämmung der Räude und anderen Krankheiten ist die Jagd völlig ungeeignet. Füchse können in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre alt werden und im zunehmenden Alter ein ausgesprochen gutes Immunsystem aufbauen. Alte Tiere erkranken deutlich seltener an Räude, Staupe und anderen Krankheiten als es jüngere Füchse tun. In Gebieten, in denen Füchse gejagt werden, haben sie allerdings eine durchschnittliche Lebenserwartung von unter zwei Jahren, wodurch sie auch ein schwächeres Immunsystem haben und deutlich anfälliger für Krankheiten sind. Da es durch die Bejagung, wie schon zuvor erwähnt, zu erhöhten Geburtenraten und damit zu einem höheren Anteil an reviersuchenden Füchsen kommt, erhöht sich so auch das Infektionsgeschehen.
Bereits bei der Bekämpfung der Tollwut in Europa hat sich gezeigt, dass Jäger nicht in der Lage sind, Tierpopulationen „gesund zu schießen“. Hierbei werden nicht nur kranke, sondern auch völlig gesunde Tiere getötet. Ein erfolgreiches Mittel, um gegen Krankheiten bei Wildtieren vorzugehen, sind Impfköder. Wie die TU München in einer Studie zeigte, konnte so innerhalb von 4 Jahren die Befallsrate des Fuchsbandwurms bei Füchsen von über 50% auf unter 1% reduziert werden. Und Luxemburg ist ein weiterer Beleg - dort wird der Fuchs seit 2015 nicht mehr bejagt. In dieser Zeit ist der Befall der Füchse mit dem Fuchsbandwurm um die Hälfte zurückgegangen.