05/01/2018
Kaum hat das neue Jahr angefangen, schon werden wir von einem Haufen schwerer Sicherheitslücken im Computerbereich erschlagen: Spectre und Meltdown wurden entdeckt!
Die Thematik ist recht komplex, bei dem verlinkten Artikel von planet3dnow wird das recht schön zusammengefasst.
Die wirklich gravierende Lücke Meltdown betrifft ausschließlich Intel-Prozessoren - angeblich laut Intel seit den Core-Prozessoren vorhanden, ich würde aber eher vom Pentium Pro aus dem Jahr 1995 ausgehen. Diese Lücke lässt sich prinzipiell bei jedem Betriebssystem ausnutzen und ist als "schwer" einzustufen. Glücklicherweise ist die Lücke aber auch relativ einfach auf Kosten ein paar Prozentpunkte Leistung zu schließen. Entsprechende Sicherheitsupdates für Windows, Linux und OS X werden in Kürze erscheinen.
Kritisch ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass Windows XP ja nicht mehr unterstützt wird von Microsoft und es deswegen auch keine Sicherheitsupdates mehr gibt. Die Kombination aus Windows XP und Intel-Prozessor ist also als hochgradig unsicher einzustufen. Abhilfe schafft da nur der Umstieg auf Windows 7 bzw. 10 oder - falls das nicht möglich sein sollte - auf einen AMD-Prozessor.
Spectre 1 und Spectre 2 betreffen im Prinzip alle Prozessorhersteller, also außer Intel auch AMD und ARM bzw. die von ARM lizenzierten Prozessorarchitekturen von Herstellern wie Apple, Qualcomm oder Mediathek. Oder mit anderen Worten: Mehr oder weniger alle IT-Geräte, die so in den letzten 20 Jahren verkauft wurden!! D.h. es sind auch fast alle Smartphones, Tablets, SmartTVs usw. betroffen bzw. gefährdet. Da kann man schon von einer kleinen Katastrophe sprechen...
Allerdings - und das ist wiederum das Positive - lassen sich diese beiden Lücken schwer ausnutzen und die Prozessoren sind auch unterschiedlich schwer betroffen. Generell scheint es als wäre AMD z.B. nur von Spectre 1 betroffen, nicht aber von Spectre 2. Aber das ist alles auch unter Vorbehalt zu sehen. Da werden die nächsten Tage und Wochen sicherlich noch das ein oder andere Ungemach zu Tage fördern.
Wie auch immer, Spectre 1 und 2 lassen sich offenbar nicht so leicht aus der Welt schaffen wie Meltdown, sind dafür aber auch nicht so kritisch, weil deutlich schwerer auszunutzen. Auch da wird es in den kommenden Tagen Patches für Software und Betriebssysteme geben bzw. gibt es diese schon.
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