19/06/2026
Im Moment lese ich Kalender Korrektur.
Eine Arbeit, die kaum jemand sieht und die auch nicht zu meinen Hauptaufgaben gehört. Ehrlich gesagt zeige ich sie auch nie.
Für mich als gelernte Schriftsetzerin gehört sie trotzdem ganz selbstverständlich dazu. Einmal im Jahr mache ich das für einen Kunden.
Dann sitze ich hier mit Ausdrucken am Schreibtisch, hake ab, vergleiche und prüfe Ferientermine, Wochentage, Umbrüche, Abstände, Satz und typografische Feinheiten.
Und das für ganz verschiedene Kalender: Wandplaner, Schreibtischunterlagen mit Kalendarium, Tafelkalender, Dispokalender oder kleine Kalenderkärtchen im Scheckkartenformat.
Warum ich mir dafür alles ausdrucke?
Weil ich so genauer prüfen kann. Ich sehe anders, wenn das Blatt vor mir liegt, und ich kann sauber abhaken, was schon kontrolliert ist. Parallel gleiche ich die Angaben mit den Infos auf dem Monitor ab und zusätzlich mit den Ausdrucken eines astrologischen Kalenders – je nachdem, was ich gerade prüfe.
Das ist eine stille Fleißarbeit, ja. Aber genau da zeigt sich für mich die Qualität: gut lesbar und sauber gesetzt.
Diesmal ist mir z.B. bei einem Kalender sofort aufgefallen, dass die Schriftart geändert worden war. Darüber hatte ich vorab keine Info bekommen.
Die Folge: die Texte sind jetzt leicht nach unten versetzt und dadurch verändern sich auch die Abstände zu den Linien. Es sieht so aus, als würde alles nach unten absacken. Viele würden wahrscheinlich einfach nur denken: Sieht irgendwie komisch aus.
Ich sehe solche „Kleinigkeiten“ und meistens auch sofort, woran es liegt.
Zusätzlich hat sich durch die neue Schrift die Ausrichtung verändert. Die Wochentage und Feiertagsangaben halten zueinander keine saubere Linie mehr. Auch das beeinflusst die Lesbarkeit.
Egal, ob es um Canva-Vorlagen geht, um einen Karusselpost, eine Webseite oder eben um Kalender. Ich gestalte nicht nur, ich gehe auch immer noch mal drüber.
Dieses letzte Prüfen gehört für mich einfach mit dazu. Es fällt vielleicht nicht groß auf, aber für mich liegt genau darin am Ende der Unterschied.
Welche Details sind es in deiner Arbeit, die nach außen kaum sichtbar sind, aber für dich zu Qualität dazugehören?