20/08/2026
Eine API ist noch keine Integration.
Wir arbeiten gerade an einer Integration, bei der wir eine API des Kunden nutzen müssen. Eigentlich nichts Besonderes: Wir übergeben die Daten, die API nimmt sie entgegen und bestätigt uns den erfolgreichen Aufruf. Bei der Umsetzung sind wir allerdings auf einen interessanten Fehlerfall gestoßen. Die API akzeptiert unseren Request, bei der anschließenden Verarbeitung kann der Geschäftsvorgang trotzdem scheitern, ohne dass wir darüber eine Rückmeldung bekommen. Technisch ist damit alles erfolgreich. Fachlich wissen wir aber nicht, ob der Vorgang tatsächlich verarbeitet wurde.
Natürlich könnten wir uns auf die erfolgreiche Antwort verlassen und die Verarbeitung bei uns als erledigt markieren. Das wäre technisch sogar nachvollziehbar. Nur hätten wir damit einen Prozess gebaut, von dem wir wissen, dass er uns im Fehlerfall nicht die Wahrheit sagt. Also müssen wir einen anderen Weg finden, den tatsächlichen Status zu ermitteln und einen fehlgeschlagenen Vorgang gegebenenfalls erneut zu verarbeiten, ohne dabei eine Dublette zu erzeugen. Genau an solchen Stellen zeigt sich für mich, dass Integration eben mehr ist als zwei Systeme technisch miteinander sprechen zu lassen.
„Das System hat doch eine API“ höre ich seit Jahren in Integrationsprojekten. Und natürlich machen gute APIs unsere Arbeit erheblich einfacher. Ich halte es trotzdem für einen Fehler, technische Erreichbarkeit mit Integration gleichzusetzen. Eine API kann mir bestätigen, dass sie meine Nachricht erfolgreich angenommen hat. Mich interessiert aber, ob der Geschäftsvorgang erfolgreich war. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, kann aber eine völlig andere Architektur erfordern. Für mich ist genau das die Grenze zwischen einer Anbindung und echter Integration.