08/12/2014
NDR berichtet über die Herstellung einer Anstaltszeitung der Justizvollzugsanstalt Hannover.
Seit 2010 erstellen Gefangene der Justizvollzugsanstalt Hannover den Inhalt der Anstaltszeitung „Die Drehscheibe“ unter Haftbedingungen. Jedes Jahr erscheinen vier Ausgaben dieser 48-seitigen Broschüre. Inhalt der Zeitung sind Themen rund um den Alltag der Gefangenen, aber auch allgemeinpolitische Sichtweisen. Auf dieses erfolgreiche Projekt ist der NDR in Hamburg aufmerksam geworden und erstellt derzeit eine Reportage über die Herstellung der Anstaltszeitung vom Anfang bis zur Fertigstellung, also über die redaktionelle Arbeit, die Produktion in der Druckerei und die Auslieferung in der Justizvollzugsanstalt.
Am 4. Dezember 2014 hat sich daher das Team des NDR, die Redakteurin Stephanie Zietz, der Kameramann Roland Fenselau und die Tontechnikerin Meike Schlechter, auf den Weg nach Nienburg begeben um in der Druckerei Bernd Schulze GmbH am Kräher Weg 38 die Produktion der „Drehscheibe“ filmisch zu dokumentieren.
Am Morgen des Tages übergab Sozialoberinspektorin Ilka Goedicke von der Justizvollzugsanstalt Hannover die Layoutdaten an den Geschäftsführer der Druckerei Marko Schulze mit den Worten: „Hallo Herr Schulze, hier ist der USP-Stick, bitte – wie immer – 500 Exemplare, und bitte prüfen Sie die Bilder auf Verwendbarkeit.“ Danach trug Marko Schulze den Stick in die Abteilung Vorstufe, das Kamerateam folgte dicht dahinter, und übergab ihn an Mediengestalter Rainer Kensche. Dieser hatte die Aufgabe, die Daten zu prüfen, eine Druck-PDF-Datei zu erstellen und anschließend die Daten auf die Offsetdruckplatte direkt zu belichten. Während seiner Arbeit befragte ihn die Redakteurin, worauf bei der Datenkontrolle zu achten sei, inwiefern sich die „Drehscheibe“ von anderen Aufträgen unterscheide und ob etwas bei der Erstellung der Layoutdaten zu verbessern sei.
Weiter ging es im Drucksaal, dort gab Offsetdrucker Maik Witte während der Produktion bereitwillig Auskunft zum Druckprozess. Die fertigen Druckbogen wurden anschließend in die Abteilung Weiterverarbeitung transportiert, die Karl-Heinz Arnold an der Zusammentragmaschine mit angeschlossener Broschürenfertigung erwartete. Die vierseitigen Bogen, zwölf an der Zahl, wurden nun in die Stationen der Maschine gestapelt, alles wieder nah beobachtet und dokumentiert von Kameramann und Tontechnikerin, und wenige Minuten später, es war früher Nachmittag, hielt Stephanie Zietz die erste fertige „Drehscheibe“ in Händen. Ein folgendes Exemplar wird, so Frau Goedicke, u. a. auch an die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz ausgehändigt werden, die sich über das Anstaltszeitungsprojekt bereits wohlwollend informiert hat und stets eine Ausgabe der „Drehscheibe“ zum Lesen erhalten möchte.
Es war ein bereichernder Arbeitstag für alle Beteiligten, das NDR-Team zeigte sich begeistert über den reibungslosen Ablauf und die gute Vorbereitung in einer modernen Druckerei, die Mitarbeiter und die Geschäftsführung der Druckerei hatten interessante – nicht alltägliche – Einblicke in die Arbeit des NDR bei der Erstellung einer Dokumentation und viel Freude bei der Beantwortung der Fragen der Redakteurin über den Produktionsablauf.
Die Dokumentation über die Herstellung der „Drehscheibe“ wird, so Stephanie Zietz, noch im Dezember 2014, spätestens im Januar 2015, auf „NDR fernsehen“ in der Sendung „Zapp“ ausgestrahlt werden.