26/04/2012
Die Cloud ist ein absolutes Trend-Thema und beschäftigt die Fachpresse und sämtliche Medien seit einiger Zeit. Doch immer wieder stellen wir anhand von Fragen fest, dass viele nur einen sehr eingeschränkten Blick auf dieses Thema haben. In erster Linie wird Cloud-Computing gerne ausschließlich als Online-Festplattenspeicher gesehen, aber da steckt selbstverständlich viel mehr dahinter.
Cloud-Computing ist ein Sammelbegriff für webbasierte Dienste, die man den Bereichen Software, Plattform und Infrastruktur zurechnen kann.
Was bedeutet nun Software als Dienst aus der Cloud oder auch SaaS (Software as a Service)? Software, die man normalerweise kauft, installiert, wartet und pflegt wird nun gemietet oder im „cost per use“ Verfahren bei der jeweiligen Nutzung abgerechnet. Die Software befindet sich dabei in einem Rechenzentrum des Betreibers und wird online zur Verfügung gestellt. Die Software ist immer auf dem aktuellsten Stand und muss nicht installiert, gepflegt oder gewartet werden. Rechnet man bei dem Kauf einer Software eine begrenzte Lebensdauer, da immer wieder Updates angeschafft werden und einen gewissen administrativen Aufwand, der auch hinter Standard-Software steckt, kann sich dieses Mietmodell durchaus rechnen. Anstelle des Microsoft Office Paketes für die gesamte Belegschaft inkl. eines Exchange Servers und dem damit verbunden Hardware- und Instandhaltungsaufwandes kann man dies ohne Probleme auch bei Microsoft mieten. Speziell kleine Unternehmen ohne eigene IT können von einem solchen Angebot profitieren. Größere Unternehmen mit strengen IT Policies fällt ein Wechsel dabei deutlich schwerer. Angebote gibt es inzwischen reichlich; so finden sich Office Anwendungen, CRM Software, Bildbearbeitung, etc.
Unter „Plattform as a Service“ versteht man die gehostete Plattform, auf der die eigenen Anwendungen, Datenbanken, etc. betrieben werden können ohne dass man sich direkt um die Laufzeitumgebung kümmern muss. Die Lauffähigkeit der Plattform, also der Server und Infrastruktur, das Backup und die Stabilität werden hier wieder vom Betreiber übernommen. Bei „Infrastructure as a Service“ mietet man letztlich eine Infrastruktur, z.B. Server, Netzwerk und Firewall und kümmert sich selbst um die Administration und Nutzung.
Der eigene PC rückt somit immer weiter in den Hintergrund, er wird austauschbar, da im Extremfall weder Daten noch Programme vorhanden sind. Was nun wirklich wichtig und lebensnotwendig ist, ist eine schnelle und fehlerfreie Internetverbindung und zwar in beide Richtungen (Download und Upload). Diese sollte am besten noch gebackuped sein. Also im Büro die SDSL oder VDSL Anbindung und zusätzlich noch einen Router mit UMTS oder gar LTE. Der Vorteil des Cloud-Computings liegt nun darin, dass man sich weder um die Lauffähigkeit von Programmen, Servern und Datenbanken kümmern muss. Die Datensicherung ist in vertrauensvolle Hände gelegt und ist unabhängig vom Arbeitsplatz. Einzig das Telefon hält einen noch am Schreibtisch, es sei denn man ist hier auch schon auf VoIP umgestiegen. Investitionen werden zu planbaren monatlichen Kosten, so wie der Telefonanschluss oder das Leasing des Firmenwagens.
Wo ist jetzt der Haken? Warum macht das nicht jeder so?
Letztlich fehlt noch das Vertrauen in diese schöne neue Welt. Akzeptiert man wirklich, dass die Daten in irgendeinem Rechenzentrum liegen, zu dem man keinen Zutritt hat? Was passiert, wenn mal eine Rechnung nicht zahlen kann? Und was passiert, wenn das Internet nicht erreichbar ist?
Die Wachstumskurve und Erfolgsmeldungen der großen Anbieter zeigen, dass sich die Cloud-Nutzung langsam etabliert. Jeder muss für sich selber entscheiden, wann er auf diesen Zug aufspringen mag. Es handelt sich also um ein wirklich spannendes Thema, was uns in Zukunft immer mehr fordern wird. Die Nutzung der Daten, Dokumente und Programme wird somit also auf vielen Plattformen nutzbar. Sei es der PC im Büro, das Notebook unterwegs oder das Tablet beim Kunden oder zu Hause. Alles ist griffbereit, ohne sich um Synchronisation zu kümmern und Software mehrfach anzuschaffen.
Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema gemacht und welche Dienste sind wirklich geschäftstauglich?