27/07/2022
Wir finden: So einiges. Einerseits war der Turmbau zu Babel ein Projekt von ungekanntem Ausmaß mit vielen Stakeholdern, die ihre eigenen Interessen verfolgten. Die Logistik und der Aufwand waren riesig und eine Weile lang schien auch alles gut zu gehen. Bis wir zum zweiten Punkt kommen. Ab einem gewissen Punkt war die Kommunikation zwischen allen Beteiligten unmöglich. Die große Sprachverwirrung trat ein.
Auch wenn wir bei unseren Projekten bei Verständigungsschwierigkeiten jenseits dem Englischen oder Französischen inzwischen auf deepl und Co. setzen können, scheint es auch weiterhin oft so, als reiche eine gemeinsame Sprache nicht aus. Wir kennen alle Meetings, die wir zufrieden verlassen, um im Nachhinein festzustellen, dass die Ergebnisse nicht von jedem gleich interpretiert werden. Denn die Erfahrung hat uns alle gelehrt, was ausgesendet wird, wird nicht immer auch empfangen. Hinzu kommt, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Kommunikationskanäle und -wege bevorzugen, sodass wir uns genau darüber klar werden müssen, wer an Projekten beteiligt ist und wie wir diese Personen erreichen können.
Dazu ist entscheidend, genau zu wissen, mit wem wir es zu tun haben. Die Überraschung unserer Kunden ist nach unseren Stakeholder-Analysen oft groß, denn selten ist ihnen bewusst, wie viele Menschen tatsächlich an einem Projekt beteiligt sind und mit ins Boot geholt werden müssen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu garantieren. Die Entwicklung einer passenden Kommunikationsstrategie ist dabei der zweite Pfeiler für den Erfolg.
Unser Fazit zur brennenden Frage aus dem Leben eines think tankers ist also: Lieber einmal mehr fragen , wen wir von der Sinnhaftigkeit eines Projekts überzeugen müssen. Und zur Not auch einmal eine Brieftaube losschicken oder sich auf einen Kaffee oder Tee treffen, wenn dadurch der Informationsfluss gesichert ist. Und – auch das lernen wir aus der Geschichte vom Turmbau zu Babel: Immer das Management mit abholen, sonst nützt die ganze Vorbereitung nichts.