02/06/2026
Ersetzt KI uns Menschen?
Geschmackssach, hat der Aff gesagt. Und hat in die Seife gebissen.
Den Spruch hat mein Französischlehrer damals dauernd rausgehauen.
Diese Woche musste ich an ihn denken.
Weil mir beim Schreiben eines LinkedIn-Artikels über KI plötzlich klar wurde, worum es eigentlich geht.
Nicht um die Frage: Was kann die KI schon alles?
Sondern: Was können wir Menschen immer noch?
Die KI greift auf Wissensdatenbanken zu. Halluziniert, wenn sie nichts findet. Kennt Grundsätze, kann sie sogar verdammt gut anwenden.
Aber sie hat keine Sinne.
Wir Menschen schon. Riechen, schmecken, fühlen, hören, sehen, tasten.
Wir erfahren diese Welt mit unserem ganzen Körper. Schon als Babys nehmen wir alles in den Mund, weil wir die Welt mit Zunge und Mund ertasten. Anders begreifen wir sie nicht.
Und aus diesen tausenden kleinen Erfahrungen entsteht etwas, das die KI nicht hat: Geschmack.
Was schmeckt mir? Was schmeckt meiner Zielgruppe? Was passt zu meiner Vision, zu meinem Warum, das mich morgens aus dem Bett holt?
Genau hier wird es spannend.
Selbst wenn die KI mittlerweile guten Content erstellen kann, der deiner Zielgruppe sogar schmeckt, bleibt eine Frage offen:
Ist das noch DEINE Rezeptur? Trägt das noch deine Handschrift?
Oder ist es ein Gericht, das funktioniert, aber nicht mehr deins ist?
Hier kommt der Mensch ins Spiel. Human in the loop. Der Mensch in der Qualitätsschleife.
Ohne ihn übernimmt die KI das Qualitätsmanagement. Entscheidet nach ihrem eigenen Geschmack.
Nur, hat die KI überhaupt einen eigenen Geschmack?
Bisher schmeckt für mich alles gleich, was sie ohne klare Führung produziert. Leere Hülsen, die im Feed verschwinden.
Dein Markenkern ist dein Geschmack. Einzigartig in diesem ganzen Kreislauf aus Prompts und Automation.
Die Frage ist also nicht: Was kann die KI schon?
Sondern: Wo bist du nicht zu ersetzen?
Was ist dein Geschmack, den keine KI für dich entwickeln kann?