03/04/2022
Urkundenkriminalität geht uns alle an? Lesen SIe hier, warum das auch Sie angehen sollte:
Wie können Sie sich gegen Schäden in Folge der Vorlage gefälschter Ausweise schützen?
Unterschlagung, illegale Beschäftigung, Terrorismus, Geldwäsche, Erschleichung von Sozialleistungen, Spionage - In fast allen Bereichen steigt die Bedrohung durch Kriminalität stark an! Immer häufiger beginnt dieser Prozess mit Urkundenfälschung. Hintergründe, Herausforderungen und mögliche Vorbeugung werden in diesem Artikel beleuchtet.
Die Kriminalitätsstatistik weist in den vergangenen Jahren eine stark steigende Zahl von festgestellten Urkundendelikten auf (2020 > 78.000 aufgedeckte Fälle). Dies zeigt, dass Fälschungen und Missbrauch von Ausweisen und anderer Urkunden ein erhebliches Ausmaß angenommen haben.
In der Vergangenheit hat sich auch gezeigt, dass sich die Qualität der Fälschungen ständig verbessert und das Erkennen eines Dokumentenmissbrauchs wesentlich von den Kenntnissen und Fähigkeiten des Kontrollpersonals und seiner technischen Ausstattung abhängig ist. Zudem steigt die Anzahl der unterschiedlichen kursierenden Dokumente durch die sehr stark gestiegene Zahl der in Deutschland lebenden Menschen aus anderen Nationen an.
Die Anzahl der Sicherheitsmerkmale auf den modernen Dokumenten steigt ebenfalls stetig. Im Ergebnis potenziert sich daher die Anzahl der Merkmale die ein Prüfer kennen müsste, um eine Fälschung einigermaßen sicher zu erkennen.
Dazu kommt, dass viele Sicherheits-Merkmale sich im nicht sichtbaren oder nicht lesbaren Bereich eines Dokumentes befinden. Dazu gehören
► Elemente, die unter infraroter und / oder ultravioletter Belichtung sichtbar oder unsichtbar werden
► Elemente, die nur unter zwei coaxialen Lichtquellen sichtbar werden
► Daten auf einem eingebetteten RFID-Chip, die sich nicht von den redun-
danten Daten der Dokumentenoberfläche und maschinenlesbaren Zone
unterscheiden dürfen
► Barcodes mit Text- und/oder Bild-Daten
Solche Prüfungen sind bei Inaugenscheinnahme ohne technische Hilfsmittel nicht durchführbar!
So sind Kriminelle häufig bereits „Kunde“ mehrerer Dienststellen geworden, bevor ihr ge- oder verfälschtes Dokument zum Beispiel bei einer Polizeikontrolle auffällt. Die Dunkelziffer derer, die nicht auffallen, liegt dabei sicherlich noch um einiges höher.
Allgemeine Informationen über die Bedeutung der Urkundenkriminalität
Der Dokumentenmissbrauch innerhalb Deutschlands und auch der Staaten in Europa, in denen der freie Personenverkehr schon verwirklicht ist, hat ein erhebliches Ausmaß erreicht. Zu keiner Zeit war das Fälschen so vielfältig; Pässe und Banknoten sind längst nicht mehr alleiniges Objekt der Fälscher. Mit den heutigen Möglichkeiten der Vervielfältigung und Kopien werden auch Drucksachen von geringerem Wert, wie z.B. Gutscheine, Eintrittskarten, Fahrkarten u.a. gefälscht. Im Zusammenhang mit Dokumentenmissbrauch gilt es dabei zu bedenken, dass dieser nicht eigenständig ist, sondern als Vorbereitungshandlung für verschiedene Deliktsformen bis hin zur organisierten Kriminalität sowie Terrorismus gilt.
In Europa geht der Trend eindeutig hin zu Urkunden der Staaten der EU, weil hier ein Raum nahezu frei von Personenkontrollen vorhanden ist, ohne dass alle Ausgleichsmaßnahmen im notwendigen Umfang greifen.
Neben der Vorlage von Fälschungen bei polizeilichen Kontrollen werden die Falsifikate insbesondere zum Erschleichen von Begünstigungen und Genehmigungen hauptsächlich bei den nachfolgenden Stellen oder Behörden vorgelegt:
► Ausländerbehörden,
- um eine Aufenthaltserlaubnis (EU-Status) oder
- einen Flüchtlings-Status (Duldung) zu erschleichen
► Meldeämtern,
- um mit der Meldebescheinigung bei einer Ausländerbehörde eine Aufenthaltsgenehmigung zu erschleichen oder
- mit anderen Personalien unterzutauchen
► Führerscheinbehörden,
- um mit einem Falsifikat einen “echten“ umgeschriebenen Führerschein zu erhalten
► Sozialämtern
- zur Vorlage gefälschter Geburtsurkunden, um (höhere)
Sozialleistungen zu erlangen
► Arbeits- und Finanzämtern / Jobcentern
- zur Täuschung der Behörden durch Vorlage gefälschter Entsende - Bescheinigungen
► Standesämtern
- zur Erschleichung von Ehefähigkeitsbescheinigungen mittels total gefälschter Reisepässe
► Zulassungsbehörden
- um mit ge-/verfälschten ID-Cards, Reisepässen, ZB I / II Zulassungsplaketten Fahrzeuge zuzulassen
► Arbeitsvermittlern
► Notare
- zur betrügerischen Veräußerung fremder Immobilien (wie jüngst wieder in Berlin geschehen)
Bei der Bekämpfung von Dokumentenmissbrauch ist es daher wichtig, dass sich neben der Polizei auch alle anderen Behörden und Stellen, bei denen eine Identitätsprüfung notwendig ist [ z. B. Ausländerbehörden, Führerscheinstellen, Kfz-Zulassungsstellen, Ordnungsämter], zur Wahrung der öffentlichen Interessen der Aufgabe stellen, Falschidentitäten zu erkennen bzw. alle Maßnahmen zu treffen, um der Urkundenfälschung entgegenzuwirken.
Mittlerweile finden sich im internationalen Markt auch professionelle forensische Dokumentenprüfsysteme.
Wie oben bereits beschrieben, ist die Erkennung von Fälschungen zunehmend nur noch unter Einsatz technischer Hilfsmittel und mit umfangreicher Dokumentenprüfausbildung möglich. Um hier Schritt zu halten, ist der Einsatz von professionellen Dokumentenprüfsystemen unvermeidbar. Solche Systeme - wie sie zum Beispiel bei Zollkontrollen an Flughäfen eingesetzt werden - waren bislang sehr hochpreisig, sind aber mittlerweile kostenmäßig im erschwinglichen Bereich angelangt. Durch Auflegen des Ausweises wird eine automatisierte Prüfung von Inhalt und Sicherheitsmerkmalen durchgeführt.
Dabei werden auch die – im Dokument an verschiedenen Stellen duplizierten - Daten miteinander verglichen. So können Manipulationen an der Oberfläche gegen die Daten z.B. auf dem RFID-Chip validiert werden. Bei Top-Systemen werden auch Bildvergleiche zwischen den Chip-Fotos und den aufgedruckten Fotos durchgeführt. Auf diese Weise wird auch Morphing (Bildmanipulation durch Angleichung eines falschen Fotos an das unverfälschte Chip-Bild) erkannt.
Wichtig bei der Auswahl solcher Systeme ist die Anzahl der global bekannten Dokumente, die das System erkennt und deren Sicherheitsmerkmale geprüft werden. Durch das Erkennen des Dokumententyps und der -Version lassen sich auch viele Datenfelder auf Ihre Wertebereiche (zum Beispiel gültige Nummernkreise) hin überprüfen.
Top-Systeme erkennen mittlerweile mehr als 7000 weltweit gültige Dokumente aus über 240 Ländern und Territorien und damit auch die Sicherheitsmerkmale von fast allen weltweit gültigen Ausweisdokumenten.
Ebenfalls wichtig ist der Einsatzbereich eines solchen Systems:
Steht dieses beispielsweise in einem Schalterbereich, so sollte der Bediener durch eine Beanstandung des Dokumentes nicht in Gefahr geraten. Ein professionelles System sollte hier die Möglichkeit bieten, das beanstandete Dokument „dunkel“ an eine Nachprüfstelle zu senden, wo die Beanstandung analysiert wird und eine Entscheidung bezüglich des weiteren Vorgehens getroffen werden kann.
Zusammenfassend kann man feststellen:
- Dokumentenfälschung ist massiv auf dem Vormarsch
- Fälschungen werden immer professioneller
- Die Anzahl der verschiedenen Dokumente im Umlauf steigt exponentiell
- Die Anzahl der Sicherheitsmerkmale pro Dokument steigt weiter an
- Gute Fälschungen zu erkennen ist mit dem bloßen Auge kaum möglich
- Neben der Sichtprüfung sollten unbedingt Dokumentenprüfgeräte eingesetzt werden
Organisierte Kriminalität, Terrorismus und Sozialmissbrauch sind massiv auf dem Vormarsch. Ohne digitale Helfer verlieren wir diesen Kampf!
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Seit vielen Jahren ist WFP auf die automatisierte Prüfung von Ausweisdokumenten spezialisiert! Nahezu 10.000 (!) verschiedener Ausweisdokumente aus mehr als 240 Ländern und Territorien sind derzeit bei uns im Umlauf.