07/08/2026
Nein, das ist keine Hexerei und wir haben auch dem Energieerhaltungssatz kein Schnippchen geschlagen. Hier handelt es sich um einen sogenannten Permanentelektromagneten.
Der sieht zwar genauso aus wie seine Kollegen, welche nur bei aktiver Bestromung eine Magnetkraft generieren, erzeugt die Haltekraft aber mittels eines eingebauten Permanentmagneten.
Im Gegensatz zu normalen Permanentmagneten, lässt sich bei dieser Bauart allerdings die Magnetkraft mittels Bestromung der eingebauten Spule neutralisieren. Die gegensätzlichen Felder heben sich auf und die Haltekraft wird für die Dauer der Bestromung abgeschaltet.
Das ist beispielsweise sehr praktisch für sicherheitsrelevante Anwendungen, wenn ein Stromausfall oder das Versagen der Ansteuerung zu unerwünschten oder gefährlichen Situationen führen würde.
Aber auch in Bezug auf die Energieeffizienz können Permanentelektromagnete interessant sein. Das ist immer dann der Fall, wenn überwiegend (> 90 % der Zeit) eine Haltekraft gewünscht ist.
Hierzu ein kurzes Rechenbeispiel: Der Energiebedarf eines Haftmagneten mit 1200 N liegt bei rund 24 Watt. Dies summiert sich - schon bei einem einzelnen Magneten - im Jahr auf gut 210 kWh. Das macht bei einem angenommenen Strompreis von 30 Cent immerhin 63 Euro. Haben Sie nun mehrere solcher Magnete im Einsatz, kommt recht schnell eine ansehnliche Summe an Stromkosten zusammen.
In solchen Fällen kann es deutlich vorteilhafter sein, mit Permanentelektromagneten zu arbeiten. Diese müssen in der Regel nur kurz bestromt werden, zum Beispiel zu Entriegelungszwecken. Der überwiegende zeitliche Anteil mit "angeschalteter" Haltekraft wird vom Permanentmagneten erzeugt - und zwar völlig kostenlos.
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