01/09/2026
Sechs Personen sitzen in einem Boot. Fünf zeigen in unterschiedliche Richtungen. Einer rudert.
Genau daran musste ich bei einem überschaubaren Intranet-Projekt denken. Zwei interne Mitarbeiter liefern Inhalte. Drei externe Berater steuern das Projekt, organisieren die Kommunikation und erstellen Berichte. Ein Entwickler richtet das CMS ein, erstellt das Template, pflegt die ersten Inhalte ein und führt die Schulung durch.
Dreimal darf man raten, wer über die gesamte Projektlaufzeit am wenigsten daran verdient. Natürlich derjenige, der das sichtbare Ergebnis produziert.
Ich habe nichts gegen externe Beratung. Im Gegenteil. Bei komplexen Vorhaben, fehlender Erfahrung oder schwierigen Veränderungsprozessen kann sie entscheidend sein. Aber wenn fünf Menschen damit beschäftigt sind, die Arbeit einer Person zu planen, zu kontrollieren und zu dokumentieren, stimmt das Verhältnis nicht mehr. Dann wird nicht technische Komplexität bezahlt, sondern organisatorische Unsicherheit.
Mehr Menschen im Boot bedeuten nicht automatisch mehr Geschwindigkeit. Besonders dann nicht, wenn fast alle den Kurs erklären und nur einer rudert.
Wo zieht ihr die Grenze? Wann schafft Beratung echten Nutzen und wann verwaltet sie nur die eigentliche Arbeit?