07/08/2026
Erst ab 2031 könnte Glasfaser in Deutschland DSL als meistgenutzte Anschlusstechnologie ablösen. Diese Prognose stammt aus der VATM-Marktanalyse 2026 und sie beschreibt das Planungsproblem des Mittelstands genauer als jede Trendliste.
Wer heute eine Infrastrukturentscheidung trifft, entscheidet für vier bis sieben Jahre. Also für einen Zeitraum, in dem sich der Markt gerade erst dreht.
Die Ausgangslage Ende 2025, laut Bundesnetzagentur: 27,1 Millionen Haushalte und Betriebsstätten sind mit Glasfaser erreichbar. Aktiv gebucht haben 24 Prozent. Diese Quote steht seit drei Jahren still. Die Leitung liegt vor der Tür, genutzt wird sie nicht.
Was bis 2030 zum Standard wird:
✅ als Grundversorgung. Nicht, weil ausgebaut wird, sondern weil das Datenvolumen es erzwingt: 376 Gigabyte pro Anschluss und Monat Ende 2025, gegenüber 73 im Jahr 2016.
✅ vollständig aus der Cloud. Standortgebundene Anlagen passen nicht zu Teams, die nicht standortgebunden arbeiten.
✅ -gestützte Prozesse im Tagesgeschäft. Laut Bitkom-Studie »Digitalisierung der Wirtschaft 2026« setzen bereits 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI ein, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. In vier Jahren ist das kein Alleinstellungsmerkmal mehr.
Resilienz als Anforderung statt als Zusatzoption. Je mehr Prozesse am Netz hängen, desto weniger verträgt das Geschäft einen Ausfall. In derselben Studie nennen 61 Prozent die Anforderungen an die technische Sicherheit als externe Hürde, 2024 waren es 52 Prozent.
Die unbequemen Zahlen:
❌ 51 Prozent der Unternehmen haben Probleme, die zu bewältigen, nach einem Höchststand von 53 Prozent im Vorjahr.
❌ 65 Prozent sehen Wettbewerber, die früher angefangen haben, im Vorsprung.
❌ Und 13 Prozent sehen die Existenz ihres Unternehmens durch die Digitalisierung gefährdet – ein Wert, der seit 2024 deutlich steigt.
Der Abstand entsteht selten dort, wo Unternehmen falsch entscheiden. Er entsteht dort, wo sie warten, bis die Entscheidung für sie getroffen wird.