13/06/2026
Internationaler Tag der Taube
Auf den Bildern seht ihr Herman in seinem Ananas-Windelhöschen.
Mitten in Corona waren wir zunächst selbst wie gelähmt. Aufträge wurden storniert. Dann stand plötzlich alles still. Die Stadt. Das Land.
Damals rief der BUND dazu auf, auch an die Tauben zu denken. Denn ihre gewohnte Nahrungsquelle war über Nacht verschwunden: Cafés, Restaurants. Alles geschlossen. Keine Essensreste mehr.
Bis dahin hatten wir uns nie ernsthaft mit ihrem Schicksal beschäftigt. Im Gegenteil. Wie viele andere glaubten wir, Stadttauben seien einfach Vögel wie Amseln, Finken oder Stare und würden schon selbst zurechtkommen.
Erst damals lernten wir: Das stimmt nicht.
Stadttauben sind domestizierte Tiere. Es handelt sich um verlorengegangene Brieftauben und ihre Nachkommen – Haustiere, die durch menschliches Handeln als Obdachlose auf der Straße landen. Jedes Jahr stranden nach Schätzungen rund 240.000 verlorene Sporttauben in deutschen Städten und Gemeinden.
Wir lernten auch, dass der weiße Kot an Bahnhöfen und Brücken im Tierschutz oft „Hungerkot“ genannt wird – ein Zeichen dafür, dass die Tiere nicht die Nahrung finden, die sie eigentlich bräuchten. Wir lernten, dass sie dem Menschen in seine Städte folgen, weil sie über Generationen daran gewöhnt wurden, von Menschen versorgt zu werden. In freier Wildbahn sind sie kaum überlebensfähig. Statt artgerechtem Futter finden sie oft nur Weißbrot, Kuchen, Pizza oder sogar Erbrochenes. Der Mensch hat ihnen einen Brutzwang angezüchtet, und mangels angemessener Versorgung mit Futter sterben 9 von 10 Küken bereits im Nest den Hungertod.
Und wir lernten noch etwas:
Für dieses menschengemachte Leid zahlen Städte, Gemeinden und Tierschutzvereine – also die Allgemeinheit und unzählige Ehrenamtliche.
Muss das so sein?
Sollten nicht diejenigen Verantwortung übernehmen, die dieses Leid verursachen? Oder soll es weiterhin Aufgabe von Kommunen und Tierschützerinnen sein, die Folgen aufzufangen und meist mit Privatgeld das artgerechte Futter zu finanzieren?
Was denkt ihr?
Weiter geht’s in den Kommentaren.