Matrosenhunde

Matrosenhunde Wir gehen den Dingen auf den Grund: Begegnungen, Episoden und ein roter Faden. Matrosenhunde suchen das Dazwischen.

Wir korrespondieren zwischen Bild und Text, zwischen den Zeilen, im Strich der Zeichnung. Ein Geschichtenerzählen ohne Gebrauchsanweisung

Die Grafikerin und Illustratorin Fine Heininger ist für die Bildebene zuständig, die Texterin Madeleine Penny Potganski für die Worte. Eine Zeichnung antwortet auf einen Satz – und umgekehrt, es entstehen fragmentarische Verbindungen, ein Dialog aus Bild und Text, der eine weitere Erzählebene öffnet, 1+1=3. Bilder wie Sätze stehen nicht für sich allein, durch ihr Nebeneinander-Sein finden sie ihre Bestimmung. Adresse:
Matrosenhunde
c/o Strunk
Studio Hertzberg
Sonnenallee 174
12059 Berlin

MONATSKALENDER OKTOBERHi du kleiner Oktober, hi Star’s Hollow-Jahreszeit und dramatischer Himmel und allerschönstes Gege...
01/10/2026

MONATSKALENDER OKTOBER

Hi du kleiner Oktober, hi Star’s Hollow-Jahreszeit und dramatischer Himmel und allerschönstes Gegenlicht.

Jetzt ist der Herbst da und hoffentlich noch lange golden, mittags warm und tröstlich, morgens magisch dunstig und abends frisch wie ein aufgeschütteltes Bett.

Draußen tanzen Menschen Zumba, die Trainerin trägt einen 80er-Jahre-Anzug; sie tanzt mit sehr alten Menschen und mit jungen, mit Männern und Frauen und Kindern, ernsthaft werden Schritte wiederholt und A**e in die Luft gereckt. Andere bleiben stehen, gucken dieser Utopie zu, daneben wird gegrillt und ein Turmfalke zieht seine Kreise auf dem blauen blauen Himmel.

Wer noch keine Elefantenhaut hat, macht die Büchse der Pandora aka die Nachrichtenseiten nur noch in Gegenwart von emotional support Menschen auf. Was ist eigentlich passiert mit all den Männern und den Techbros und denen, die nie für etwas sind, sondern nur dagegen, mit denen, die hassen und hässlich sind, die simplifizieren und weitertreten, die andere mit Schmutz bewerfen und doch selbst schon lange nichts mehr zu tun haben mit Wärme und Hoffnung und ehrlicher Arbeit.

Wann ist es passiert, dass Humanismus radikal wurde? »Das ist doch unlogisch«, sagt das Kind, »das ist doch gemein.« Es überlegt, wohin es vielleicht mal auswandert, falls es zu heiß wird und zu böse, und dann kickt es einen Fußball durchs Wohnzimmer, obwohl das natürlich verboten ist.

Langbeinige Mädchen tragen sorgfältig Make-up auf und glowen aufgeregt durch den Nachmittag, das Fenster müsste mal geputzt werden und der Schrank aussortiert und hoffentlich werden wir nicht krank und wenn es so früh dunkel wird, geht der Fahrradanstecklichter-Mental-Load wieder los. Jemand bekommt gute Post und ein Lächeln am Flohmarktstand, kleine Hunde freuen sich über große Stöcke und wir stehen einander bei, laut und vehement und ratlos leise, möchten dem Leben die Vergnüglichkeit abtrotzen und den Optimismus. Die Spinne draußen baut selbstbewusst an ihrem Netz, jemand macht Plank-Challenge und fährt schnell Fahrrad, jemand schreibt Bewerbungen und sorgt sich, jemand hätte gerne eine Katze und das Meer vor der Tür, jemand wartet auf Besuch und testet weiche Outfits, jemand wird beglückwünscht und wickelt sich in eine Decke.

Der kleine Oktober ist da und leuchtet und blättert und weht wild herein, wir sammeln das Gute und tragen Kuschelsocken:

»Innerlich charmant.«

Hier gehts zum Wallpaper-Download für alle digitalen Endgeräte:

https://matrosenhun.de/monatskalender-oktober-3/

Wir waren wieder auf dem wunderbaren utopisch-entspannten ÜBERLAND – Festival der Akteure und haben in unser offenes Ate...
29/09/2026

Wir waren wieder auf dem wunderbaren utopisch-entspannten ÜBERLAND – Festival der Akteure und haben in unser offenes Atelier (mit frischem Popcorn und Brause und Sonnenschein) eingeladen, um über gute Orte und Lebensbedingungen zu sprechen, zu zeichnen und zu schreiben und einander kennenzulernen.

Es war ganz wunderbar und bestärkend und lustig und warm. Überhaupt ist das ÜBERLAND für uns immer in Sachen Inspiration, Menschlichkeit und Mut-Machen eine 10/10, es gibt uns regelmäßig den Glauben an die Zivilgesellschaft und große Träume zurück. Gerade auch wieder an eben jenem Wochenende, als in Sachsen-Anhalt N***s gewählt wurden. Wir konnten eine Ernsthaftigkeit spüren zwischen Lichterketten und Paneltalks, vehemente Widerständigkeit und  klare Bekenntnisse, dagegen zu sein und gleichzeitig auch für etwas, für das Miteinander, für die Freundlichkeit, für Verbindung und Tatkraft und Aufrichtigkeit.

Ein Wellness-Ausflug war es leider nicht: Anreise bei Sturm, Zeltaufbau im Dunklen bei strömendem Regen, Streit mit Adoleszenten über die Isomattenverteilung, überhaupt Regen, Regen, Regen, allgemeine Erschöpfung, Care.

Es war trotzdem richtig und wichtig, dass wir wieder dabei waren, wir freuen uns aufs nächste Jahr und darauf, unsere neu geknüpften Kontakte zu pflegen und den mitgebrachten Lektürestapel zu lesen. Und in der Signal-Gruppe wurde sich nach Abschluss des Festivals beieinander für die positive und mutmachende Stimmung bedankt, für das Leuchten in dunklen Zeiten und Gegenentwürfe zu dem, was immer salonfähiger wird.

Falls ihr nicht sowieso schon dorthin spendet, können wir euch Netzwerk Polylux (Initiative zur Förderung von zivilgesellschaftlichen Strukturen im Osten, die von rechts bedroht werden) und Miteinander e.V. (arbeitet für eine offene Gesellschaft und klärt über Rechtsradikalität in Deutschland auf) empfehlen, hier kann man Fördermitglied werden und Antifaschismus, Demokratie und ein gutes Miteinander supporten!

MONATSKALENDER SEPTEMBERHallo September, hallo goldenes Licht und Wehmut.Ein warmer Wind weht die Blätter, die schon vor...
01/09/2026

MONATSKALENDER SEPTEMBER

Hallo September, hallo goldenes Licht und Wehmut.

Ein warmer Wind weht die Blätter, die schon vor Wochen vertrocknet sind, auf die Straßen. Es wird gewählt und Porridge gekocht, ein neues Buch durchblättert und ein Dinner geplant.

Es ist wieder Wrong Coat Season, nur diesmal in die andere Richtung und abends braucht man wieder Fahrradlichter. Es gibt so viel zu tun, Stifte anspitzen und mit Kindernamen bekleben, elektronische Geräte einrichten und Autos in Werkstätten fahren, Wäsche falten und endlich zurückschreiben, auf die Sprachnachricht antworten, das Geschenk kaufen, während so viele Bedürfnisse konkurrieren: äußerlich cool und innerlich aufgewühlt überforderte Teenies, Kinder, die am allerbesten in den 90ern hätten groß werden sollen, mit Suburb-Fahrradgangs und Draußenbleiben bis die Kirchturmglocken läuten, erschöpfte, erwerbsarbeitende Erwachsene mit Sturm-und-Drang-Sehnsucht und Prä-Burnout.

Manche kriegen Kinder und andere auch Krebs, manche stehen vor allen anderen auf für Frühschwimmen und Kopffreikriegen, andere scrollen bis spätnachts und werden endlich nicht gestört, die einen machen Selfies, die anderen verstecken sich. Ganz kurz wird die Nachrichtenseite refresht, ein kleiner Blick in Pandoras Büchse und dann schnell wieder ein One-Pot-Gericht kochen und an die denken, die nicht ihre niedrigsten Instinkte füttern, sondern einen Anspruch haben, an sich selbst und die Welt und die Menschlichkeit.

Mit gewissem Trotz verweigern wir den Herbst, noch ist Sommer, sagt Ronja, oder Spätsommer, oder Herbstsommer, jedenfalls wird noch mal geschwommen und draußen gesessen und neue Kräuter werden in Beete gepflanzt, noch ist es ein bisschen warm und hell und raschelnd und gleichzeitig bereiten wir uns vor. Auf das, was vielleicht kommt. Auf den Winter und den Hüttenkoller, auf das, was wir noch erleben wollen, die Wanderung durchs bunte Laub, den Roadtrip mit der Freundin vorbei an abgemähten Feldern, Freiluftkino und Freibad, Festival und Drachensteigen.

Die Sommerlichkeit zu einer Persönlichkeit werden lassen, bis es nicht mehr anders geht und wenigstens dabei nicht mehr unterm Ventilator liegen müssen.

Die guten Momente zelebrieren, miteinander, füreinander und für sich selbst, nicht zum Funktionserhalt, sondern weil es schön ist, weil das Leben es verdient, lebendig zu sein:

»A bathroom of one's own.«

Hier gehts zum Download unseres kostenlosen Wallpapers für alle digitalen Endgeräte:
https://matrosenhun.de/monatskalender-september-3/

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