Matrosenhunde

Matrosenhunde Wir gehen den Dingen auf den Grund: Begegnungen, Episoden und ein roter Faden. Matrosenhunde suchen das Dazwischen.

Wir korrespondieren zwischen Bild und Text, zwischen den Zeilen, im Strich der Zeichnung. Ein Geschichtenerzählen ohne Gebrauchsanweisung

Die Grafikerin und Illustratorin Fine Heininger ist für die Bildebene zuständig, die Texterin Madeleine Penny Potganski für die Worte. Eine Zeichnung antwortet auf einen Satz – und umgekehrt, es entstehen fragmentarische Verbindungen, ein Dialog aus Bild und T

ext, der eine weitere Erzählebene öffnet, 1+1=3. Bilder wie Sätze stehen nicht für sich allein, durch ihr Nebeneinander-Sein finden sie ihre Bestimmung. Adresse:
Matrosenhunde
c/o Strunk
Studio Hertzberg
Sonnenallee 174
12059 Berlin

MONATSKALENDER AUGUSTHallo August, hallo Mähdrescher auf Landstraßen und Hitzewelle, Sommerobst und Freiluftkino, blaue ...
01/08/2026

MONATSKALENDER AUGUST

Hallo August, hallo Mähdrescher auf Landstraßen und Hitzewelle, Sommerobst und Freiluftkino, blaue Seen und nachts durch die Stadt radeln.

Genau hinsehen wollen wir und das Schöne und Gute und Zarte und Vergnügliche finden, ein Paddelboot lenken und Eiswasser mit Salz und Zitrone trinken, ein Buch aufschlagen und noch eins und lange etwas angucken, das nix von einem will, eine Welle zum Beispiel oder der rosa Himmel hinter der Stadtautobahn.

Genau hinsehen, während es Feuerwolken gibt mit Stürmen und Blitzen und Zerstörung. Während Fahrräder geklaut werden und die Gesundheitsversorgung ruiniert, während es Techbros gibt und »Don’t Look Up« und trockene Böden und faustgroßen Hagel. Während es Menschen gibt mit Hass und Gewalt und solche, die das politisch ausnutzen. Während an Grundrechten gerüttelt und Gerechtigkeit verhöhnt wird. Während Gurken fast zwei Euro kosten und es den Gesichtsausdruck des Bundeskanzlers gibt.

Genau hinsehen und aus lauter Trotz die Leichtigkeit beschwören, die kleine und große Liebe und das warme Zugeständnis, gemeinsam auf Wellen gucken, bis das Gehirn ein bisschen leiser rauscht. Einen Teenager im Bett schlafen lassen, der beim Seriengucken Angst gekriegt hat, »kannst du bitte mit mir kuscheln, ich will dir von meinem Tag erzählen« hören von dem wilden Jungen mit den blauen Flecken und der zerschrammten Stirn.

Einen Badedelfin mit langen Wimpern aufpusten und übers Wasser schaukeln, Steine sammeln und gut hinlegen, sich eine Maske aufs Gesicht streichen lassen und äußerst sanft über Aloe Vera plaudern.

Die Winterlinde im Hinterhof gießen, wenn es sonst keiner macht, ein Dorf bauen füreinander, Stück für Stück, rennen gegen die innere Unruhe und das Herz öffnen beim Yoga und auch an der sonnigen Ampel und beim Großelternanruf und im Treppenhaus.

Den Fokus zwischendurch ganz klein dimmen und von Moment zu Moment leben, because we’re everything we have und das Glück, das gibt es fast immer trotzdem, irgendwo zwischen Wäschefalten und sich auf die Nerven gehen. Und dann fliegen die Vögel und eine Hummel snackt einen Apfel und wir suchen die Badehose fürs dringend notwendige Amüsement:

»Vor dem Tretboot sind alle gleich.«

Hier gehts zum kostenlosen Download unseres Wallpapers für alle digitalen Endgeräte:

https://matrosenhun.de/monatskalender-august-3/

MONATSKALENDER JULIWir stolpern in den Juli, und wer nicht sehr privilegiert ist, tut das mit großer Ermattung.Kein Körp...
01/07/2026

MONATSKALENDER JULI

Wir stolpern in den Juli, und wer nicht sehr privilegiert ist, tut das mit großer Ermattung.

Kein Körper wurde für diese Hitze gemacht, kein Baum und kein Strauch, keine Work-Life-Balance und kein Wochenendplan, kein Sommergefühl und kein Balkonplätzchen, ja nicht mal der Asphalt. Während Schwimmbäder um 9:30 schon niemanden mehr reinließen und an den See nur fahren konnte, wer ein klimatisiertes Auto vor der Tür stehen hatte, während politische Ignoranz auf Klimanotstand traf und der Hitzelockdown vor vehement schwirrenden Ventilatoren verbracht wurde, während Feste abgesagt wurden und Sport und Ausflüge und Geselligkeiten, während die Blitze zuckten und der Himmel trocken leuchtete um 22 Grad bei 35 Grad und dann die pinke Gewitterzelle einfach verdunstete, während Kinder »Heute war der heißeste Tag in Europa« in Tagebücher schrieben und gerötet ohne Decke schliefen, während Eiswasser mit Zitrone und Salz getrunken wurde und die Luft zu dick zum Atmen war.

Und dann ist es gleichzeitig so, dass es vielleicht bessere Zeiten gab, aber diese ja die unsere ist, mit Handventilatoren und Elektrolytmangel und Community-Building für Solidarität in Kollapszeiten und das Zelebrieren des Schönen trotz und wegen allem. Teenager backen Tassenkuchen, kämmen Haare und malen sich Glow ins Gesicht, ein Baby lacht 3 Minuten lang und alle lachen mit, Lehrerinnen organisieren Ausflüge in bunte Gärten und neue Fußbälle werden ausprobiert, wir machen Sport und Yoga und streicheln glatte Hunde, wir veranstalten Dinner und schneiden Erdbeeren klein.

Wir sind überfordert und duschen ein zweites Mal, wir wissen wirklich nicht, wie all das weitergehen soll und üben uns in Akzeptanz, im Kartieren neuen Gebiets und Von-Tag-zu-Tag-Leben, und noch einer und noch einer und alles ist durcheinander, ob wir das wollen oder nicht.

Wir liegen ohne T-Shirt auf dem Sofa und machen eine Fahrradtour, wir lassen uns Blut abnehmen und die Herzfrequenz messen, wir verschicken Post und pflücken Blumen, bevor es auch dafür zu heiß ist, die Wildheit der Welt lässt sich nicht zähmen, also verwildern wir selbst ein bisschen und passen aufeinander auf:

»Jetzt lass ich Unordnung herein.«

https://matrosenhun.de/monatskalender-juli-4/

Adresse

Berlin
10997

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Montag 09:00 - 16:00
Dienstag 09:00 - 17:00
Mittwoch 09:00 - 17:00
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Freitag 09:00 - 16:00

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