04/06/2026
Warum stimmt Pin 1 bei 80% der Bauteile und bei 20% nicht?
Viele Leiterplattendesigner kennen das: Bei den meisten Bauteile in der Bibliothek stimmt Pin 1 und dann gibt es plötzlich einige Ausreißer.
Die Ursache liegt oft in den Standards, auf denen die Bibliotheken basieren.
Während die IPC 7351A Pin 1 in der oberen linken Ecke von Mehrpolern definiert, positioniert die IEC 61188-7, die seit 2009 in Europa weit verbreitet ist, Pin 1 unten links. Beide Standards verwenden eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn, unterscheiden sich jedoch im Nullpunkt der Bauteilorientierung. Genau daraus entsteht der bekannte „80/20-Effekt“, den viele Designer in ihren Bibliotheken beobachten.
Auf den ersten Blick ist es nur ein Detail. In der Baugruppenfertigung ist das entscheidend. Bestückungsautomaten verlassen sich vollständig auf die Orientierungsdaten der Bauteile. Ist Pin 1 in einer Bibliothek nicht konsistent definiert, können Bauteile während der Bestückung falsch gedreht platziert werden. Die Folge sind Bestückungsfehler, Fehlfunktionen oder aufwendige Fehlersuchen.
Das eigentliche Problem ist nicht der Standard. Das Problem ist die Inkonsistenz innerhalb der Bauteilbibliothek.
Deshalb gehört das Überprüfen der Bestückungsdaten zu einem professionellen Entwicklungsprozess. Im Eurocircuits Visualizer macht der Assembly Checker Abweichungen bei Pin 1, Rotation und Bauteilorientierung im Designprozess vor der Fertigung sichtbar.
Schließlich ist die Zuverlässigkeit der Leiterplattenbestückung nur so gut wie die Daten, auf denen sie basiert.