Verlagsgruppe Kamprad

Verlagsgruppe Kamprad Hallo, wir hoffen auf viele Kontakte und noch mehr Kommunikation. Herzlichst grüßen alle Mitarbeiter!

Die Verlagsgruppe Kamprad ist seit Jahren im Bereich der Kreativwirtschaft umfassend aktiv. Nicht nur das gesamte Spektrum des Verlagswesens wird dabei abgedeckt - Buchveröffentlichungen im deutschsprachigen Raum, weltweit angenommene CD-Einspielungen, Noteneditionen etc. – sondern das Unternehmen entwickelt zunehmend für externe Partner umfassende Konzepte für Werbung und Design.

MEHR ALS „WEIN, WEIB UND GESANG“Am 27.06.2026 gibt es ein Festkonzert zum 100jährigen Bestehen des Leipziger Universität...
26/06/2026

MEHR ALS „WEIN, WEIB UND GESANG“

Am 27.06.2026 gibt es ein Festkonzert zum 100jährigen Bestehen des Leipziger Universitätschors

Der Student gilt schon seit Jahrhunderten per se als sangesfreudiger Geselle, und es fehlte nicht an Versuchen, diese Begeisterung in geordnete Bahnen zu lenken und das Repertoire nicht auf die gängigen „Wein, Weib und Gesang“-Thematiken zu limitieren. Manche dieser Versuche blieben Strohfeuer, andere erwiesen sich als langlebig. Zu letzteren gehört der Leipziger Universitätschor, 1926 von Friedrich Rabenschlag als „Madrigalkreis Leipziger Studenten“ gegründet. Das Jahr 2026 ist als Festjahr zum 100-jähigen Bestehen ausgerufen worden, gipfelnd in einem großen Festkonzert am 27.6. um 19.00 Uhr in der Leipziger Thomaskirche. Auf dem Programm stehen die Uraufführung des eigens für diesen Anlass komponierten Stückes „Burst“ von Meike Senker, Max Regers 100. Psalm op. 106 in der Originalfassung sowie David Timms Jazzmesse für Chor, Jazzband und Orchester. Der Leipziger Universitätschor musiziert gemeinsam mit der Staatskapelle Halle und einer Jazzband unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm. Wer nicht dabeisein kann, hat zumindest für zwei der drei Werke die Gelegenheit, sie auch in CD-Form zu hören.

BERGFEST AN DER SAALEAm 26.06.2026 wird der dritte Band eines großen künstlerischen Projektes über die 1000-jährige Stad...
24/06/2026

BERGFEST AN DER SAALE

Am 26.06.2026 wird der dritte Band eines großen künstlerischen Projektes über die 1000-jährige Stadt Naumburg vorgestellt

Die Stadt Naumburg blickt 2028 auf 1000 Jahre offiziell dokumentierte Ortsgeschichte zurück. Anno 2024 wurde der erste Band eines großen Kunstprojektes veröffentlicht, der ebenjenes Jubiläum als Hintergrund hat: Der in der Stadt lebende Künstler Ad van der Kouwe erforscht diese Zeit, indem er 1000 Fassaden von Naumburger Gebäuden zeichnet, die in fünf Bänden im Jahrestakt ab 2024 veröffentlicht werden. Damit in den Büchern nicht „alles nur Fassade“ bleibt, steuert Katrin Linke Hintergrundinformationen zu den Gebäuden bei, und einige von diesen ergreifen sogar selbst das Wort.
Mit Band 3 feiert das Projekt nun sozusagen „Bergfest“ und ist in seine zweite Hälfte eingetreten. Welches Gebäude als Fassade Nr. 500 das Erreichen dieser Marke kundtut und welche anderen 199 Gebäude nahe und ferner der Saale noch enthalten sind, davon können sich alle Interessenten am 26.06.2026 um 17.00 Uhr in der Kunsthalle Naumburg überzeugen – dort wird der dritte Band der Öffentlichkeit präsentiert. Ab dem 27.06. ist dieses Buch dann auch regulär im Buchhandel erhältlich

BACH(FEST) AUF LANDPARTIEAm 20.06.2026 spielt Tatiana Kozlova in Rötha aus dem Zyklus „Das Wohltemperierte Klavier I“Das...
16/06/2026

BACH(FEST) AUF LANDPARTIE

Am 20.06.2026 spielt Tatiana Kozlova in Rötha aus dem Zyklus „Das Wohltemperierte Klavier I“

Das Gros der Konzerte des Bachfestes findet in Leipzig statt, aber auch das Umland ist eingebunden. Bei Rötha lässt sich das problemlos historisch begründen, denn Felix Mendelssohn Bartholdy, der bekanntlich im 19. Jahrhundert ein wichtiger Faktor in der Revitalisierung von Bachs Schaffen war, unternahm „Landpartien“ in das Städtchen südlich Leipzigs, um die beiden dortigen Silbermann-Orgeln zu spielen. Am 20.06.2026 musiziert nun Tatiana Kozlova in einer der beiden mit einer solchen Orgel ausgestatteten Kirchen, nämlich der Marienkirche – sie spielt allerdings nicht an selbiger Orgel, sondern am Klavier. Auf ihrer CD „Musikalische Ikonen“ hat sie sich einer Interpretation des „Wohltemperierten Klaviers I“ gewidmet, die nicht zuletzt auf den Erkenntnissen russischer Bachforscher fußt und den spirituellen Hintergründen des Werkes in Bezug auf Schöpfung und Passion nachforscht. Das wird sie nun auch in diesem vom Mendelssohn-Haus Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Bachfest ausgerichteten Konzert tun. Beginn ist 15.30 Uhr, der Eintritt erfolgt auf Kollektenbasis.

JONNY SPIELTE NICHT MEHR AUFEin Gesprächskonzert am 12.6. in Berlin widmet sich dem Wirken von Gustav BrecherGustav Brec...
11/06/2026

JONNY SPIELTE NICHT MEHR AUF

Ein Gesprächskonzert am 12.6. in Berlin widmet sich dem Wirken von Gustav Brecher

Gustav Brecher, Jahrgang 1879 und ein äußerst fähiger Dirigent, bekleidete ab 1924 einen der wichtigsten Posten der deutschen Opernwelt: Er war Generalmusikdirektor am Neuen Theater Leipzig. Von der nationalsozialistischen Bewegung sowieso unter Generalverdacht gestellt, da Jude, machte er sich mit seinem Einsatz für strukturell neuartige Werke in diesen Kreisen nachhaltig unbeliebt, und schon 1927 sorgte die von ihm geleitete Uraufführung von Ernst Kreneks „Jonny spielt auf“ für einen Mix aus Jubel und unverhohlener Ablehnung, was sich in den Folgejahren etwa mit Brecht/Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ noch verstärkte. 1933 fiel Brecher fast folgerichtig als einer der ersten Kulturschaffenden den neuen politischen Verhältnissen zum Opfer und sah nach mehreren Stationen der Flucht 1940 in Belgien keine andere Möglichkeit mehr als den Freitod.
Im Rahmen der Reihe der Gesprächskonzerte „Musica Reanimata“ werfen Albrecht Dümling und Jürgen Schebera, der an einer neuen Publikation über Gustav Brecher arbeitet, am 12.6. um 20 Uhr im Konzerthaus Berlin Schlaglichter auf das Leben und Schaffen dieses Künstlers, der auch selbst kompositorisch tätig war: Die Sopranistin Pia Davila und Linda Leine am Klavier bringen frühe Lieder aus Brechers Feder zu Gehör. Wer sich dem Dirigierschaffen Gustav Brechers hörend nähern möchte, hat auf Vol. 2 der Historischen Edition des Gewandhausorchesters die Gelegenheit dazu. Dort findet sich die früheste Aufnahme des Gewandhausorchesters überhaupt, nämlich die 1929 unter Brechers Leitung eingespielte Ouvertüre zu „Der Freischütz“, die damals in Deutschland aber nicht veröffentlicht wurde, sondern lediglich in Kleinauflagen in England und den USA erschien.

DOPPELSTRUKTURDas 28. neuzeitliche Bachfest in Leipzig ist zugleich das 100. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft„Im Dial...
10/06/2026

DOPPELSTRUKTUR

Das 28. neuzeitliche Bachfest in Leipzig ist zugleich das 100. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft

„Im Dialog“ lautet das Motto des Bachfests, das in Leipzig vom 11. bis zum 21.6.2026 über die Bühne geht. Der Dialog findet diesmal auch organisatorisch statt, was die für den Außenstehenden eigenartig anmutende Doppelstruktur samt entsprechender Numerierung erklärt: Das vom Bach-Archiv Leipzig im Auftrag der Stadt organisierte neuzeitliche Bachfest findet seit 1999 jährlich statt – wenn man die pandemiebedingt nur eingeschränkt und digital ausgetragene Ausgabe 2020 einrechnet, steht 2026 also der 28. Jahrgang an. Die gleichfalls in Leipzig beheimatete Neue Bachgesellschaft richtet aber ebenfalls Bachfeste aus, und alle fünf Jahre wird das Bachfest Leipzig zugleich als Bachfest der Neuen Bachgesellschaft begangen. Diesen engen strukturellen Dialog gibt es 2026 also wieder, und es handelt sich in der Gesamtzählung der Bachfeste der Neuen Bachgesellschaft um die Nummer 100.
Natürlich kommt es im Programm der insgesamt 212 Veranstaltungen noch zu zahlreichen weiteren Ausdeutungen des Begriffs „Dialog“. Und wer nach den anderthalb Wochen immer noch nicht genug Bach intus hat: Die aktuelle Nr. 47 des Bach-Magazins bietet abermals zahlreiches Wissenswertes über Bach, Bachs Umfeld, Bach-Pflege und -Pfleger – und eine Hintergrundstory über die Doppelstruktur bei den Bachfesten ist auch dabei.

MÄNNER HABEN'S SCHWER, NEHMEN'S LEICHTDie 2026er Händel-Festspiele in Halle nehmen „Mannsbilder“ unter die Lupe„Wann ist...
05/06/2026

MÄNNER HABEN'S SCHWER, NEHMEN'S LEICHT

Die 2026er Händel-Festspiele in Halle nehmen „Mannsbilder“ unter die Lupe

„Wann ist ein Mann ein Mann?“, fragte Herbert Grönemeyer vor 40 Jahren. Vor 400 Jahren stellte man sich diese Frage auch schon, und die Antworten sind noch heute spannend, zumal wenn sie intelligent in Musik gesetzt worden sind. Der 2026er Jahrgang der Händel-Festspiele in Halle steht unter dem Motto „Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher“ und bietet zahlreiche Optionen, über die Erwartungshaltungen an einen Mann im Barock nachzudenken. Vom 5. bis zum 14.6. finden mehr als 80 Veranstaltungen im Festivalrahmen statt, und zudem ist bereits seit 29.5. unter dem Titel „Mannsbilder: Too hot to Händel?“ eine neue Sonderausstellung im Händel-Haus zu sehen.
Im Barock fußten die Erwartungshaltungen an einen Mann nicht selten auf antiken Vorbildern. Zu den beliebtesten (und noch heute grundsätzliche Relevanz aufweisenden) Motiven gehörte das von Herkules am Scheideweg, das vom Händelfestspielorchester und dem Stadtsingechor Halle unter Leitung von Clemens Flämig mit einem Pasticcio aus Werken von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach illustriert worden ist. Die Doppel-CD „Hercules“ ist als vierter Teil der Serie „haendeliana hallensis“ erschienen.

AUS DER WOLFSSCHLUCHT AUFS MeerZum 200. Todestag von Carl Maria von WeberDer 1786 in Eutin geborene Carl Maria von Weber...
04/06/2026

AUS DER WOLFSSCHLUCHT AUFS Meer
Zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber

Der 1786 in Eutin geborene Carl Maria von Weber führte lange Zeit ein eher unstetes Wanderleben, wie es für Musiker in seiner Zeit nicht unüblich war. Etwas festere Wurzeln schlagen konnte er erst in Dresden, wo er 1817 eine leitende Stellung am Königlichen Hoftheater übernahm. Trotzdem wurde die Oper „Der Freischütz“, an die man heute als erstes denkt, wenn man den Namen dieses Komponisten hört, nicht in Dresden, sondern in Berlin uraufgeführt. Ihr immenser Einfluss auf die deutsche Operngeschichte ist natürlich nicht wegzudiskutieren, auch wenn er gern den Blick auf das verstellt, was der in der Nacht vom 4. zum 5.6.1826 in London verstorbene Weber an weiteren Werken schuf.
Der Frage, ob es eine direkte Einflusslinie aus der „Freischütz“-Wolfsschlucht aufs „Holländer“-Meer Richard Wagners gibt, gehen der Schauspieler Johannes Gärtner und das Opern- und Ballett-Orchester des Nordböhmischen Theaters Ústí in einer Sommernachts-Revue am 5.6.2026 um 19.30 Uhr in den Richard-Wagner-Stätten in Graupa bei Pirna nach. Michael Heinemann wiederum hat in seiner Biographie „Carl Maria von Weber. Die Entdeckung des Klangs“ der Frage des Nachlebens von Webers Ideen in Wagners Musik gleichfalls nachgespürt und wirft zugleich interessante Blicke auf das, was es neben dem „Freischütz“ in Webers Schaffen noch zu entdecken gibt.

VON ERFURT ÜBER BERLIN NACH SEIFHENNERSDORFZum 200. Geburtstag von Carl BechsteinAm 1.6.1826 in Gotha geboren, wuchs Car...
01/06/2026

VON ERFURT ÜBER BERLIN NACH SEIFHENNERSDORF

Zum 200. Geburtstag von Carl Bechstein

Am 1.6.1826 in Gotha geboren, wuchs Carl Bechstein im nahen Neudietendorf auf. Seine Laufbahn als Klavierbauer begann 1840 als Lehrling in der Erfurter Werkstatt von Johann Gleitz. Danach sammelte er Erfahrungen bei verschiedenen Klavierbauern sowohl in deutschen Landen als auch im Ausland und wurde so mit einer breiten Palette an technischen Details bekannt. 1853 gründete er in Berlin seine eigene Werkstatt und schaffte es, Hans von Bülow von den Qualitäten seiner Instrumente zu überzeugen. Dieser erste prominente Kunde wurde zum Zugpferd, ab den 1860er Jahren begann zudem der Export zu florieren, und so entwickelte sich die Ein-Mann-Werkstatt letztlich zum Großbetrieb. Als Carl Bechstein am 6.3.1900 in Berlin starb, hinterließ er ein florierendes Unternehmen mit drei Klavierfabriken in der deutschen Hauptstadt, etlichen Dependancen im Ausland, fast 800 Beschäftigten und einer Jahresproduktion von etwa 3500 Instrumenten.
Über das 20. Jahrhundert hinweg verlief die Entwicklung ziemlich wechselhaft mit vielen Höhen, aber auch etlichen Tiefen. Mittlerweile ist die C. Bechstein Pianoforte GmbH zwar nach wie vor in Berlin ansässig, produziert die Instrumente aber im oberlausitzischen Seifhennersdorf sowie im tschechischen Hradec Králové und ist der größte Klavierbauer in Europa. In den Räumlichkeiten in Seifhennersdorf finden auch Konzerte statt, und nicht zuletzt gibt es Möglichkeiten zum Aufnehmen. 2023 hat die Pianistin Han-Lin Yun dort ihre Debüt-Solo-CD „Kaleidoskop der Tonarten“ eingespielt, die im Folgejahr veröffentlicht wurde und auf der sie, wie der Titel schon assoziiert, einmal quer durch den Quintenzirkel schwebt.

„GLÜCK ZU!“ IN BAD LANGENSALZADie Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hält ihre Jahrestagung 2026 ...
28/05/2026

„GLÜCK ZU!“ IN BAD LANGENSALZA

Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hält ihre Jahrestagung 2026 in Thüringen ab

Dass Mühlen eine Gattung von Bauwerken sind, die viele Menschen fasziniert, wird alljährlich am deutlichsten, wenn am Pfingstmontag Tausende beim Deutschen Mühlentag unterwegs sind. So mancher von ihnen engagiert sich auch in einem Verein für den Erhalt dieser Bauwerke, sei es in einem lokalen Verein oder in einem der landes- bzw. bundesweiten Dachvereine. Letzterer ist die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, kurz DGM, und diese gastiert 2026 mit ihrer Jahrestagung in Thüringen beim Thüringer Landesverein für Mühlenerhaltung und Mühlenkunde. Die Tagung findet vom 5. bis zum 7.6.2026 in Bad Langensalza statt. In die Freude über das Wiedersehen, die Vorträge und die Besichtigungen mischt sich aber ein Wermutstropfen: Alfred Kirsten, langjähriger Vorsitzender des Thüringer Landesvereins für Mühlenerhaltung und Mühlenkunde und einer der besten Kenner der Thüringer Mühlenlandschaft, kann nicht mehr dabeisein – er ist am 25.5.2026 im Alter von 86 Jahren verstorben.
Alfred Kirsten hatte auch ein Grußwort für das Buch „Die Bockwindmühle von Lumpzig im Altenburger Land“ beigesteuert, das sich mit einer der Mühlen befasst, die nicht mehr in aktiver Produktion standen und verfielen, aber dann durch konkretes lokales bürgerschaftliches Engagement gerettet werden konnten. Die Rettung ist aber das eine, die dauerhafte Pflege das andere: eine ständige Herausforderung für die Engagierten vor Ort, die daher jede Unterstützung gebrauchen können, um sich auch weiterhin bei ihren Aktivitäten den traditionellen Müllergruß „Glück zu!“ zurufen zu können.

DER PATRIARCH UND SEIN VERTONERZum 350. Todestag von Paul Gerhardt1607 in Gräfenhainichen geboren, studierte Paul Gerhar...
27/05/2026

DER PATRIARCH UND SEIN VERTONER

Zum 350. Todestag von Paul Gerhardt

1607 in Gräfenhainichen geboren, studierte Paul Gerhardt in Wittenberg Theologie, interessierte sich aber auch für die Dichtkunst und begann, diese zu praktizieren. Sie half ihm, die sich vor seinen Augen abspielenden Schrecknisse des Dreißigjährigen Krieges zu überwinden, und bildet letztlich die Hauptursache für das Fortleben seines Namens bis heute. Als Hauslehrer und späterer Pfarrer in Berlin tätig, kam Gerhardt mit dem dortigen Nikolaikantor Johann Crüger in engen Kontakt. Letztgenannter hatte 1640 sein „Newes vollkömliches Gesangbuch Augsburgischer Konfession“ herausgegeben, das ab der 2. Auflage 1647 den Titel „Praxis Pietatis Melica“ trug, und in jede Neuauflage der folgenden Jahre nahm er immer mehr neu von ihm vertonte Gerhardt-Texte auf – in der 5. Auflage von 1653 waren bereits 82 von ihnen vertreten. Johann Georg Ebeling, der nach Crügers Tod 1662 neuer Nikolaikantor wurde, setzte die Herausgabe von Gerhardts Werken fort. Gerhardt selbst geriet in die Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Calvinisten im Brandenburgischen und wechselte, nachdem er in Berlin als Pfarrer entlassen worden war, ins damals zu Kursachsen gehörende Lübben, wo er seine letzten Pfarrdienstjahre an der dortigen Nikolaikirche verbrachte, die später zu seinen Ehren in Paul-Gerhardt-Kirche umbenannt wurde. In Lübben galt damals noch der Julianische Kalender, und nach diesem starb Gerhardt am 27.5.1676, was auf den Gregorianischen Kalender umgerechnet der 6.6. ist. Man kann sich heute also aussuchen, an welchem der Tage man ihm gedenkt – oder man tut es an beiden.
Der Alte-Musik-Experte Holger Eichhorn hat Paul Gerhardt als einen der beiden Patriarchen protestantischer Kirchenlieddichtung bezeichnet – der andere ist selbstredend Martin Luther. Und so wie Luther mit Johann Walter einen Mann an seiner Seite wusste, der sich um die Popularisierung von Liedtexten in musikalischer Form zu kümmern wusste, so war es bei Gerhardt mit Johann Crüger. Eine Auswahl von Crügers „ConcertChorälen“ aus deren ersten beiden Teilen von 1649 bzw. 1657 bietet Eichhorns CD „Wach auff mein Hertz und singe“, und natürlich sind auch Texte von Paul Gerhardt in der Auswahl vertreten, etwa gleich das eröffnende Titelstück, das wie 25 andere aus seiner Feder noch heute im Evangelischen Gesangbuch steht. Anlässlich seines 350. Todestages ist ein Gedenkjahr ausgerufen worden, das in einer Festwoche in seinem letzten Wirkungsort Lübben kulminiert.

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