21/08/2026
Grabpflege heißt: Jemand kommt, auch wenn die Familie nicht mehr kommen kann. Heute vor 188 Jahren starb Adelbert von Chamisso in Berlin.
Er kam als Kind auf der Flucht vor der Französischen Revolution nach Preußen und lernte Deutsch als zweite Sprache. Später wurde er einer der eigenwilligsten Dichter der Romantik. 1814 erschien „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ – die Geschichte des Mannes, der seinen Schatten verkaufte. Seinen Gedichtzyklus „Frauenliebe und Leben“ vertonte Robert Schumann.
Und er war noch etwas anderes: Naturforscher. Von 1815 bis 1818 segelte er als Wissenschaftler an Bord der „Rurik“ um die Welt. Er beschrieb hunderte Pflanzen und erkannte den Generationswechsel der Salpen – Jahrzehnte vor Darwin. Den kalifornischen Mohn, Eschscholzia californica, benannte er nach seinem Freund an Bord.
Chamisso starb am 21. August 1838 mit 57 Jahren. Beigesetzt wurde er zwei Tage später auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg, an der Seite seiner Frau Antonie. Seit 1952 ist die Stelle ein Ehrengrab des Landes Berlin – und wird deshalb bis heute gepflegt.
Die meisten Gräber haben diesen Schutz nicht. Sie haben eine Familie – und die wohnt oft 600 Kilometer entfernt.
Wen möchtest du nicht vergessen? Schreib den Namen in die Kommentare.
(Bild: KI-generiert)