14/01/2022
𝗚𝗲𝗯𝗮̈𝘂𝗱𝗲𝘁𝗲𝗰𝗵𝗻𝗶𝗸: 𝗕𝗲𝗿𝗲𝗶𝘁 𝗳𝘂̈𝗿 𝘀𝗰𝗵𝗹𝗮𝘂𝗲 𝗩𝗲𝗿𝗻𝗲𝘁𝘇𝘂𝗻𝗴
Intelligente Stromnetze🔌 – auch Smart Grids genannt – versprechen eine effizientere Energienutzung in Gebäuden🏘️ durch die clevere Vernetzung von Strom, Wärme und Mobilität. Und das bringt riesige Vorteile. Lesen Sie hier zudem, wie das System funktioniert und warum damit unser Stromnetz entlastet wird.
Gebäude sind für rund 45 % des Energieverbrauchs in der Schweiz verantwortlich. Ein riesiges Effizienzpotenzial also, das es zu nutzen gilt. Zwar lässt sich mit verbesserter Dämmung und der Wahl von energieeffizienten Geräten vieles erreichen, doch bisher fehlt meist eine gesamtheitliche Lösung. Mit einer vernetzten Gebäudesteuerung und vorausschauendem Lastenmanagement lässt sich der Energieverbrauch weiter senken – und zwar ohne Einbussen bei Nutzen und Komfort.
𝗗𝗶𝗲 𝗚𝗿𝗲𝗻𝘇𝗲𝗻 𝗱𝗲𝘀 𝗵𝗲𝗿𝗸𝗼̈𝗺𝗺𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗦𝘁𝗿𝗼𝗺𝗻𝗲𝘁𝘇𝗲𝘀
Bisher ist unser Stromnetz auf einen gleichmässigen Energiefluss ausgelegt. Solange der Grossteil des Stroms aus Atom- und Wasserkraftwerken stammt, macht das auch Sinn: Diese können sehr beständig Strom produzieren, wodurch es kaum zu Überlastungen kommt. Doch das könnte sich in Zukunft ändern. Einerseits liegt das am zunehmenden Anteil von Solar- und 🌬️Windstrom, dessen Produktion sich wetterbedingt nicht am tatsächlichen Strombedarf ausrichten kann. Andererseits wird Stromerzeugung immer dezentraler. Das heisst: Nicht nur die grossen Energieerzeuger speisen Strom in die Netze ein, sondern auch kleinere Anbieter bis hin zu Privatleuten. Für unser Stromnetz ist das eine Herausforderung – damit es auch künftig über 24 Stunden gleichmässig beansprucht werden kann, braucht es eine intelligente Steuerung.
𝗩𝗼𝗿𝘁𝗲𝗶𝗹𝗲 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝘃𝗲𝗿𝗻𝗲𝘁𝘇𝘁𝗲𝗻 𝗚𝗲𝗯𝗮̈𝘂𝗱𝗲𝗮𝘂𝘁𝗼𝗺𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻
Hier kommen intelligente Stromnetze – sogenannte «Smart Grids» – ins Spiel. Damit die Kommunikation zwischen Energieerzeugern, Energiespeichern und Energieverbrauchern sichergestellt ist, muss die Datenkommunikation in beide Richtungen möglich sein. Ein Smart Grid braucht also neben Strom- auch Datenleitungen. Dadurch ist es in der Lage, Informationen zum aktuellen Verbrauch und den Energiemengen zu verarbeiten, die von den vielen verschiedenen Energiequellen und Akteuren ins Netz eingespeist werden. Energienachfrage und -angebot lassen sich so flexibel ausgleichen. Das Stromnetz wird nicht überlastet und die Netzstabilität aufrechterhalten. Mehr noch: Intelligente Stromnetze sind immer optimal ausgelastet, denn sie können sich den aktuellen Gegebenheiten anpassen und mit Hilfe von Zustandsinformationen und Lastflussdaten die Energie bedarfsgerecht ins Netz einspeisen. Als Beispiel: Elektroautos🚗 sind in diesem Modell mehr als nur Verbraucher, denn sie werden als mobiler Stromspeicher genutzt. In Zeiten hoher Stromerzeugung durch erneuerbare Energien kann überschüssiger Strom im Akku 🔋 gespeichert und bei Bedarf wieder ins Netz zurückgespeist werden.
𝗠𝗲𝗵𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗻𝘂𝗿 𝗲𝗶𝗻 𝗦𝘁𝗿𝗼𝗺𝘇𝗮̈𝗵𝗹𝗲𝗿
Das eigentliche Herzstück eines Smart Grids sind intelligente Messsysteme, auch «Smart Meter» genannt. Sie dienen als Bindeglied zwischen den Energieversorgern, den einzelnen Verbrauchern und dem Stromnetz selbst. Smart Meter registrieren nicht nur den Stromverbrauch, sondern sind auch in der Lage, die entsprechenden Daten zu speichern und weiterzuleiten. Gleichzeitig können sie aber auch Daten empfangen, zum Beispiel unterschiedliche Stromtarife oder Software-Updates. Eine🏆Win-Win-Situation: Kunden haben so jederzeit den Überblick über ihren Stromverbrauch und der Netzbetreiber weiss, wie die Situation vor Ort ist und kann so das Netz besser steuern.
𝗠𝗮𝘀𝘀𝗶𝘃𝗲 𝗦𝗲𝗻𝗸𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝘀 𝗦𝘁𝗿𝗼𝗺𝘃𝗲𝗿𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘀
In bereits umgesetzten Projekten hat sich gezeigt, wie viel Potenzial in solchen intelligenten Steuerungssystemen steckt. Der Stromverbrauch in einem Gewerbegebäude kann dann gut und gerne um 25 % gesenkt werden. Noch eindrucksvoller sind die Ergebnisse beim 🌡️Wärmeverbrauch: Mit einem neu sanierten Gebäude und intelligenter Gebäudeautomation wurde der Wert um gut die Hälfte reduziert. Und auch das Stromnetz ist entlastet: Dank der Eigenverbrauchsoptimierung und intelligentem Lademanagement der Elektroautos🚗 sinkt die maximale Netzbelastung um rund 30 %. Diese Zahlen zeigen, dass intelligente Stromnetze der Schlüssel zu nachhaltigerer Energieerzeugung und effizienterer Energienutzung sind – und mit der künftigen Entwicklung eine immer wichtigere Rolle spielen.