09/03/2026
„Ich kam nie auf die Idee, dass man das als Frau nicht könnte.“👷♀️
Unsere Monteurin Jessica erzählt von ihrem Eindrücken als Frau in einem männerdominierte Beruf. In ihrem Interview spüren wir viel Stärke, Mut und Leidenschaft heraus.✨
➡️Was hat dich dazu bewegt, diesen Beruf zu wählen?
«Meine Mutter hat zwar kein Handwerk erlernt, aber sie hat immer viel selbst gewerkelt und mit angepackt. Für sie war es selbstverständlich, das alles selbst zu machen. Nach dem 9. Schuljahr habe ich mich für eine Schreinerlehre entschieden und dabei richtig Gefallen am Handwerk gefunden. »
➡️Was gefällt dir an diesem Beruf?
«Ich bin viel in Bewegung, arbeite mal drinnen und mal draussen. Manchmal mache ich sehr feine, detailreiche Arbeiten, ein anderes Mal eher gröbere Aufgaben. Mal ist es körperliche Fleissarbeit, mal arbeite ich eher planerisch und muss den Überblick behalten. Diese Abwechslung gefällt mir richtig gut.»
➡️Wie erlebst du den Alltag auf der Baustelle bzw. im Einsatz als Frau?
«Bisher habe ich fast nur positive Erfahrungen gemacht. Ich fühle mich an- und ernst genommen. Ich habe mich selbst nie als andersartig betrachtet und denke, gerade das hat mir geholfen, mich zurechtzufinden.»
➡️Hast du das Gefühl, dich besonders beweisen zu müssen?
«Dieses Gefühl hatte ich eine Zeit lang. Das kam aber eher von mir selbst und meinem eigenen Anspruch als vom Frausein. Als ich meinen Blick auf mich geändert habe, wurde es schlagartig besser. Ein bisschen mehr Pragmatismus hat mir dabei sehr geholfen.»
➡️Welche Tipps hast du für Mädchen, die sich für Technik interessieren, sich aber nicht trauen?
«Einfach ausprobieren! Dafür sind Schnuppertage und -wochen da. Ideal ist es, wenn du eine vertraute Person kennst, die bereits in einem technischen Bereich tätig ist. Frag diese Person, ob du einen Einblick in den Arbeitsalltag bekommen kannst – auch wenn es eine andere Branche ist. Damit kannst du für dich das Eis brechen und von dort aus die technische Arbeitswelt weiter erkunden.»