09/02/2026
Fasnacht ist mehr als Wintergeister vertreiben …
In unserem Bergdorf wird die Fasnacht archaisch zelebriert. In buntem Fetzengewand, mit einem Ziegenfell über dem Kopf, Masken und einem Stab marschieren sie in Reih und Glied und ihre umgebundenen Treicheln klingen im Takt.
Früher war der Winter hier gefährlich:
Kälte, Stillstand, Mangel und Tod.
Der Übergang in den Frühling braucht es etwas wirksames, keine Räucherstäbchen und Meditation.
Laut, wild
Körperlich und unordentlich.
All das hatte einen Zweck:
Bewegung bringen, wo alles erstarrt war
Leben zeigen, wo Tod dominiert hatte
Die Füüdini, wie diese Gruppen bei uns genannt werden, durften Dinge, die sonst verboten waren (und ja, manchmal wurde damit übertrieben).
Kinder spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie stehen symbolisch für diese Zeit, das Element Luft, die Verspieltheit und sie stehen dem Körper näher, der Materie und der Bewegung.
Sie begreifen die Welt, indem sie sie anfassen, fallen lassen, wieder aufheben.
Genau das braucht es, um den Winter zu verabschieden: Verkörperung und nicht Moral oder Spiritualität.
Heute feiern wir Fasnacht als Party.
Aber der Winter durfte nicht endlos dauern und musste verabschiedet werden mit Lärm, Bewegung, Körper und Chaos.
Vielleicht erinnert sie uns an etwas Einfaches: dass wir nach langen, inneren Winter nicht erklären oder verstehen müssen, sondern uns wieder bewegen, lachen, stampfen und den Körper spüren. Damit das Leben zurückkehren kann.
Hüterinnenwissen wird nicht gelernt, sondern erinnert. Und manchmal trägt es eine Maske😊