29/04/2024
Cyber-Sicherheit für Kinder und Jugendliche
Nach Abschluss der Primarstufe besitzen in der Schweiz rund 80% der Kinder/Jugendlichen ein eigenes Smartphone und verfügen somit, ab diesem Zeitpunkt über einen eigenen – von den Eltern nicht mehr kontrollierbaren – Internetzugang.
Wer Kinder und Jugendliche begleitet, steht vor der Herausforderung, den bewussten Umgang mit digitalen Medien zu fördern, für mögliche Gefahren im Internet zu sensibilisieren und eine sichere Online-Umgebung zu schaffen.
Dazu gehören u.a. auch technische Schutzmaßnahmen, um Ihre Kinder online vor potenziellen Gefahren zu schützen.
Wie also schützen wir Kinder und Jugendliche an Computer, Tablet, Smartphone und Spielekonsolen und welche Schutzmassnahmen kann ich bereits vor einstellen?
NAS-Support - 9 Tipps für einen digitalen Familienalltag:
1) Gespräche über Online Gefahren und wichtige Schutzmassnahmen führen
Um Kinder zu souveränen und selbstbestimmten Onlinenutzerinnen und -nutzern auszubilden, müssen sie ihrem Alter entsprechend in einem kritischen und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien unterstützt und gefördert werden.
Dazu gehört auch, mit ihnen den Ernstfall zu üben und sie zum Beispiel zu fragen "Was würdest du jetzt tun?".
Genauso wichtig wie technische Schutzmaßnahmen ist eine offene und vertrauensvolle Gesprächsbasis.
Bieten Sie sich als Ansprechpartner auf Augenhöhe an, zeigen Sie Interesse und Verständnis – auch in schwierigen Situationen.
Verbote, Strafen oder der Entzug der Geräte können dazu führen, dass sich die Kinder und Jugendlichen Ihnen nicht mehr anvertrauen.
Das Wissen und eine besondere Sensibilität für Risiken im Netz sind eine grundlegende Voraussetzung für die sichere Internetnutzung des Kindes.
2) Einrichten eines eigenen Benutzerkontos für Ihr Kind
Ganz gleich, ob Familienrechner oder eigenes Gerät – legen Sie ein eigenes Benutzerkonto mit "Kindersicherung" bzw. eingeschränkten Zugriffsrechten an.
3) Aktiviere ein Virenschutzprogramm*
* es erkennt und blockiert Malware und Sicherheitsbedrohungen
In den meisten Betriebssystemen ist bereits ein Virenschutzprogramm integriert. Aktivieren Sie die Software in den Sicherheitseinstellungen des Computers und halten Sie diese mit automatischen Updates immer auf dem neuesten Stand.
4) Aktiviere die Firewall
*sie schützt Ihren Computer vor Angriffen von aussen, kontrolliert obendrein alle Verbindungen in andere Netzwerke und überprüft sowohl die Anfragen ins Internet als auch die Daten, die an den Rechner gesendet werden
Die meisten Betriebssysteme verfügen bereits über eine integrierte Firewall. Überprüfen Sie unbedingt in den Einstellungen des Systems, dass diese aktiviert ist. Falls nicht, aktivieren Sie die Firewall und passen Sie diese auf Ihre individuellen Bedürfnisse an, um das eigene System und das der Kinder vor unbefugten Zugriffen und potenziellen Gefahren von außen zu schützen. Die Firewall können Sie außerdem zum Beispiel so konfigurieren, dass nur bestimmte Programme und Anwendungen auf das Internet zugreifen können. Dadurch wird das Risiko minimiert, dass Kinder schädliche Anwendungen, Programme oder Spiele herunterladen.
5) Nutze einen Router mit Schutzfunktion
Mit modernen Routern lässt sich der Internetzugang für alle Geräte, die im Heimnetzwerk angemeldet sind, einzeln regeln.
Jedem Gerät wird dafür über den Router ein Zugangsprofil zugewiesen, in dem zum Beispiel die Online-Zeit begrenzt, Netzwerkanwendungen freigegeben bzw. beschränkt oder bestimmte Internetseiten gesperrt werden können.
Die Einstellungen können dann bei allen Geräten der Kinder vorgenommen werden, während die Geräte der Eltern den vollen Zugriff behalten.
Bei den nahezu unendlichen Möglichkeiten, die das Internet uns heute bietet, ist es für Eltern wichtiger denn je, den Überblick über das Internetverhalten ihrer Kinder zu behalten. Es ist sogar gesetzlicher Teil der Fürsorgeverpflichtung, unser Kind auch vor diesen Gefahren zu schützen.
Wir sollten die digitalen Aufenthaltsorte unserer Kinder kennen und prüfen!
6) Aktiviere die Filter von Suchmaschinen oder nutze alternativ Kindersuchmaschinen
a) Eltern können bei gängigen Online Suchmaschinen verschiedene Filterfunktionen aktivieren.
So erhalten Kinder keine anstößigen Ergebnisse.
Achtung: Die Filter sind nach eigenen Angaben der Betreiber nicht immer 100-prozentig zuverlässig und ersetzen deshalb nicht die grundsätzlich empfohlene Achtsamkeit der Eltern, wenn Kinder online sind.
b) Spezielle Kindersuchmaschinen hingegen zeigen nur kindgerechte und sogar redaktionell gefilterte Inhalte. Außerdem unterdrücken die meisten Kindersuchmaschinen auch Werbung oder (gefälschte) Pop-ups. Das minimiert das Risiko, dass Kinder auf gefälschte Websites geleitet werden oder Malware runterladen.
Wenn Sie sich für eine Suchmaschine entschieden haben, legen Sie diese im Browser als Startseite fest. *Auch die meisten Browser bieten Kinderschutz durch Browser-Erweiterungen an, mit denen z. B. einzelne Websites gesperrt werden können.
7) Begrenze die Nutzungsdauer – Lege Zeitbeschränkungen fest
Um ein gesundes Maß für den Aufenthalt im Netz zu gewährleisten, kann das Einrichten von Zeitbeschränkungen für die Internetnutzung sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr Zeit als vereinbart oder unbeaufsichtigt Zeit im Internet verbringen.
Es gibt aber auch für Eltern die Möglichkeit, mit einer App die Internetnutzung des Nachwuchses zu überwachen und zu regulieren.
Diese Funktion ist oft in Kindersicherungssoftware, aber auch in Betriebssystemen integriert. Mit Zeitlimits können Sie festlegen, wie lange Kinder ihre Geräte nutzen und online sein können. Dabei geht es nicht nur darum, für die gesamte Woche die Dauer der Bildschirmzeit zu begrenzen, sondern sie auch auf verschiedene Tageszeiten zu beschränken, um zu verhindern, dass Kinder bis spät in die Nacht oder unbeaufsichtigt online sind.
*Manche Betriebssysteme und Softwarelösungen bieten auch die Möglichkeit, Limits für bestimmte Spiele und Apps zu vergeben.
Eltern sollten sich dabei stets ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und selbst auf ihre Nutzungsdauer, vor allem in Gegenwart des Kindes, achten.
8) Sensibilisieren Sie frühzeitig für guten Accountschutz und sprechen Sie über Persönlichkeitsrechte und Datenschutz
Vermitteln Sie ihrem Kind, wie sensibel persönliche Daten im Internet zu behandeln sind. Erklären Sie Kindern die Bedeutung von sicheren Passwörtern und wie man sie erstellt und beispielweise mit einem Passwortmanager verwaltetet. Richten Sie, wann immer möglich, die Zwei-Faktor-Authentisierung ein. Kinder sollten zudem wissen, dass sie Passwörter niemals mit anderen teilen und keine persönlichen Informationen an Unbekannte weitergeben sollen.
Das Posten von persönlichen Daten wie privaten Fotos, vollständigem Namen, Adresse usw. kann immer ein Sicherheitsrisiko für Ihr Kind bedeuten!
Wenn Kinder und Jugendliche schon eigene E-Mail-Adressen haben, in sozialen Netzwerken angemeldet oder allgemein unbeaufsichtigt online unterwegs sind, können Sie schnell Opfer von Phishing-Angriffen werden.
Prüfen Sie vorab, ob die Altersempfehlung des jeweiligen Dienstes und schützen Sie den Account.
Auch hier gilt es für Eltern, als Vorbild aufzutreten und sorgsam mit persönlichen Daten im Netz umzugehen.
9) Du wünschst dir weitere Informationen oder Hilfe bei der Umsetzung?
Kinder und Jugendliche im digitalen Alltag absichern und unterstützen?
Ich helfe gerne weiter www.nas-support.ch, [email protected]