30/05/2026
Asiatische Hornisse: Uri setzt auf frühe Meldungen der Bevölkerung: Noch wurde in Uri keine Asiatische Hornisse entdeckt. Noch! Denn es ist wohl leider nur eine Frage der Zeit, bis sie in Uri auftaucht und die Biodiversität von Bestäuberinsekten bedroht. Während in Luzern bereits Nester entfernt wurden und auch in Schwyz, Nidwalden und Obwalden Sichtungen gemeldet sind, bereiten sich die Urner Imker intensiv auf den Ernstfall vor – mit Weiterbildungen, Freiwilligenarbeit und einem klaren Aufruf an die Bevölkerung.
Die warmen Frühlingstage bringen für viele Menschen Gartenarbeit, Sonnenstoren und blühende Hecken zurück. Genau dort beginnt derzeit aber auch die Suche nach einem unerwünschten Gast: der Asiatischen Hornisse. Die invasive Art breitet sich in der Schweiz weiter aus und stellt insbesondere die Imkerei vor neue Herausforderungen. Noch gibt es in Uri keine bestätigte Sichtung.
Für die Urner Imkerschaft ist das Thema zentral. Die Asiatische Hornisse jagt Bienen und andere Bestäuberinsekten. Gerade vor Bienenstöcken lauern die Tiere oft regelrecht auf ihre Beute. Das schwächt die Völker und setzt die Imkerei zusätzlich unter Druck. Entsprechend intensiv bereiten sich die Urner Imkerinnen und Imker vor – mit viel Freiwilligenarbeit. Die Freiwilligen besuchen Weiterbildungen, tauschen sich kantonsübergreifend aus und bauen Wissen auf, damit Uri bei ersten Sichtungen rasch reagieren kann. Das Amt für Umwelt unterstützt die Beteiligten, koordiniert die Massnahmen gegen die Asiatische Hornisse und stellt die fachliche Leitung sicher.
Mit dabei ist auch die neue Präsidentin der Urner Imker, Gabi Püntener. Sie gehört zu jener achtköpfigen Gruppe, die im Ernstfall aktiv würde und sich mit Triangulations- und Telemetriegeräten auf die Suche nach den unerwünschten Nestern macht.
Appell an alle
Besonders wichtig ist die Mithilfe der Bevölkerung. Die Asiatische Hornisse baut im Frühling sogenannte Primärnester. Diese sind vergleichsweise klein und befinden sich oft in Hecken, Dachvorsprüngen, Schuppen, Velounterständen oder unter Sonnenstoren. Genau dann wäre eine Bekämpfung am einfachsten. Später im Sommer ziehen die Völker häufig in Wälder um und errichten dort in grosser Höhe grosse Sekundärnester. Diese können mehrere tausend Tiere umfassen und sind deutlich schwieriger zu finden und zu entfernen.
Bilder: Primärnester in Hecke ©Nick Meier
Meldung ganz einfach online
Wer eine verdächtige Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte den Fund aus sicherer Distanz fotografieren oder filmen und auf asiatischehornisse.ch (Achtung: geschrieben ohne Bindestrich) melden. Fachleute prüfen die Meldung und geben direkt Rückmeldung, ob es sich tatsächlich um die Asiatische Hornisse oder um eine einheimische Art handelt. Falschmeldungen sind kein Problem – im Gegenteil. Entscheidend ist, dass mögliche Sichtungen früh erkannt werden.
Die Asiatische Hornisse ist für Menschen nicht gefährlicher als einheimische Hornissen jedoch für Personen mit Allergie kann ein Stich lebensbedrohlich sein. Die Vernichtung eines Nestes sollte von Fachleuten ausgeführt werden. Sie richtet ökologische Schäden an und gefährdet langfristig Bienenbestände sowie andere Bestäuberinsekten. Ziel ist deshalb nicht mehr die vollständige Ausrottung – diese gilt europaweit als unrealistisch –, sondern eine möglichst starke Eindämmung der Ausbreitung. Früh entdeckte Primärnester spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Genau jetzt lohnt sich deshalb ein genauer Blick rund ums Haus oder den Garten – insbesondere auf geschützte Ecken, Hecken oder kleine Hohlräume. Wer aufmerksam ist, hilft mit, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu bremsen.
Gesunde und starke Bienenvölker
Die Asiatische Hornisse ist nur eine von mehreren Herausforderungen für die Imkerei. Damit Bienenvölker gesund bleiben, investieren Imkerinnen und Imker das ganze Jahr viel Zeit in Pflege und Kontrolle. Dazu gehören unter anderem:
* regelmässige Kontrolle auf Krankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe
* genügend Nahrung und vielfältige Blühpflanzen in der Umgebung
* starke, widerstandsfähige Bienenvölker fördern
* saubere und gut gepflegte Bienenkästen
* sorgfältige Beobachtung der Fluglöcher und des Verhaltens der Bienen
* Weiterbildung und Austausch unter Imkerinnen und Imkern
Gerade starke Völker können sich besser gegen Stress und Angriffe behaupten. Die Imkerei ist deshalb weit mehr als Honigproduktion – sie ist tägliche Arbeit für die Gesundheit der Bienen und damit auch für die Bestäubung vieler Pflanzen.
Bild: Der Unterschied zwischen dem Schädling (links) und der einheimischen Hornisse. © www.asiatischehornisse.ch
Rückfragen von Medienschaffenden:
Amtsvorsteher Lorenz Jaun, [email protected], +41 41 875 2421
Noch wurde in Uri keine Asiatische Hornisse entdeckt. Noch! Denn es ist wohl leider nur eine Frage der Zeit, bis sie in Uri auftaucht und die Biodiversität von Bestäuberinsekten bedroht. Während in Luzern bereits Nester entfernt wurden und auch in Schwyz, Nidwalden und Obwalden Sichtungen gemelde...