28/02/2018
Die Wiener Linien (bis 1999 "Wiener Stadtwerke - Verkehrsbetriebe") befördern fast eine Milliarde Passagiere pro Jahr auf über 1000 km Steckennetz (83km U-Bahn, 222 km Strassenbahn, 850 km Bus) und erwirtschaften dabei einen Umsatz von über 500 Mio €. Dabei werden 109 U-Bahn-Stationen und über 1000 Strassenbahn- und über 4000 Bushaltestellen angefahren.
Über 8700 Mitarbeiter arbeiten in der Zentrale und 11 Werkstätten-Standorten sowie natürlich an den diversen Bahnhöfen und Haltestellen.
Die Zeitabrechnung erfolgt für die Mehrzahl der Mitarbeiter über SAP HCM, die Zeiten werden mit über 100 KABA-Terminals und berührungslose MIFARE-Medien erfasst.
Die Herausforderungen bei dieser Installation war die Anzahl der Erfassungsterminals, die räumliche Verteilung der Geräte und die Vielfalt der Schnittstellen zu den Verrechnungs-Systemen:
Es wird nicht nur im SAP HCM abgerechnet, sondern Teilgruppen der buchenden Personen werden auch an andere SAP-Systeme weitergeleitet bzw auch SAP-"los" in Listen erfasst (Fremdpersonal, Abrechnungskontrolle).
Als Kommunikations-Software wird hier eine BCE/SAPConn unter Windows eingesetzt, ein einziger virtueller Server bedient hier die Kommunikation zu allen Geräten und allen Verrechnungs-Systemen.
Die Datenaustausch zum lokalen SAP erfolgt über Standard-SAP-RFC Schnittstellen (HR-PDC), externe Abrechnungs-Systeme werden über gesicherte Dateitransfers (SFTP) angebunden.
Die Erfassungsterminals sind KABA-Terminals verschiedenster alter und aktueller Gerätegenerationen (BedaNet 9340, B-Net 9340, B-Web 9740), gebucht wird mit MIFARE-Medien.
Die BCE als Kommunikations-Server erlaubt das Monitoring des Systemzustands (welche Terminals sind erreichbar und OK ? Wann erfolgten die letzten Buchungen auf jedem Terminal ? Welchen Typ und welche Serien-Nr hat es ? Wann erfolgte die letzte Datenversorgung durch SAP und welche und wieviele Buchungen warten auf Upload an SAP ? ...) für den Administrator bequem über Intranet-WebGUIs, wobei keinerlei lokale Client-Software (Java, Flash etc) erforderlich ist.
Der BCE-Server erlaubt auch Auto-Provisioning bei der Inbetriebnahme der Terminals, d.h. das System erkennt ein neues oder getauschtes (geänderte Serien-Nr) Terminal im Netz zeitnah und versorgt es auch ohne manuelle Intervention des Administrators mit den spezifischen Kunden-Parametern. Damit ist es möglich, die Installation von neuen Geräten an entfernten Standorten durch Haustechniker vornehmen zu lassen, ohne dass der Administrator zeitgleich am Server gefordert ist.
Das System ist generell so konzipiert, sowenig Aktivitäten und Aufmerksamkeit des Administrators wie möglich zu fordern, ihn aber dennoch einfach zu unterstützen wenn im Betrieb Fragestellungen auftauchen.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Linien
https://www.wienerlinien.at/eportal3/ep/channelView.do?pageTypeId=66528&channelId=-47395 #67199