28/08/2023
Mein Weg zur beruflichen Erfüllung....... 💙💛 der Jakobsweg.
Es ist schon 6 Jahre her, als ich in einer schweren Phase meines Lebens entschloß eine Auszeit zu nehmen.
Da sich mein Leben wie eine Immerwährende Spirale anfühlte, musste ich Dinge tun, die ich sonst nie tun würde, Orte sehen wo ich eigentlich nie hinwollte und über meine damaligen Grenzen hinausgehen um einen neuen und weiteren Blick über mein Leben zu bekommen.
Das war mir klar, nur was sollte ich tun?
In meinem Beruf war ich schon länger nicht mehr so zufrieden, wie ich es mir für meine Zukunft gewünscht habe .
Ohne es anfangs zu bemerken, kam von mehreren Seiten der Jakobsweg auf mich zu.
Im Fernseher, in Gesprächen, Freunde erzählten mir davon und ich bekam ein Buch geschenkt.
Als mir das klar wurde, wusste ich das dies mein Weg ist.
Obwohl ich Wandern hasste, folgte ich dieser Intention und alles an Organisation und Planung lief sehr leicht und unbeschwert ab.
Bei meiner ersten Jakobsweg- Tour, war ich insgesamt sehr angespannt weil ich nicht wusste was mich erwartet.
Mein Rucksack war viel zu schwer und die Schuhe waren nicht die richtigen für meine Füße.
Ich entschloß mich nach viel Quälerei den Camino abzubrechen und versprach (wem auch immer), im nächsten Jahr wieder zu kommen und weiter zu laufen.
Gesagt, getan.
Im nächsten Jahr Stand ich wieder da und meine Reise ging weiter.
Mit leichterem Gepäck, Sandalen und eine gewisse Ruhe in mir, ging ich meinen Weg weiter.
Ich suchte immernoch nach Antworten auf einige Fragen.
Am Tag X war es sehr heiß,
keinen Schatten und mitten in der Meseta.
Irgendwann konnte und wollte ich nicht mehr. Meine Bänder an den Fussknochen schmerzten und ich hatte keinen Bock mehr zu laufen.
Als das Fass voll war, liefen mir stundenlang nur noch nie Tränen.
Gefühlt kam der Schmerz der letzten vielen Jahre zum Vorschein und mir war auf einmal alles egal.
Egal was die Leute dachten, egal was von mir erwartet wird oder welche Erwartungen ich an mich hatte.
An diesem Tag war mein Kopf frei und sorgenlos.
Ich setzte mich auf einen Stein und fragte mich : Wo sehe ich mich in 5 Jahren beruflich? Was erfüllt mich? was macht mich glücklich? und vor allem was macht so Spaß, dass ich nie genug davon bekommen kann?
Schmuck basteln!
Das was ich schon ein paar Jahre Hobbymäßig betrieb.
Das macht mich glücklich.
Dann suchte ich solange im Internet bis ich meinen Beruf fand:
Goldschmiedin.
In dem Moment war es mir egal welche Voraussetzungen und Vorkenntnisse ich brautche um diesen Beruf zu erlernen.
Denn wenn ich mir diese genau durchgelesen hätte, wäre ich vielleicht ins schwanken gekommen.
Ich wusste nur, dass ist es.
Ich möchte meinen Hobby zum Beruf machen und kopfmässig nie wieder arbeiten gehen müssen.
Die Traumforstellung eines jeden Menschen und ich werde es erreichen.
Als ich zuhause war, brach diese Euphorie nicht ab und ich meldete mich in 2 Schulen an.
Vorher tat ich alles um meine motivation auf diesen Beruf zeigen zu können.
Ich machte einen Zeichenkurs, besuchte Goldschmiedekurse bereitete mich mit Infobroschüren und Mathenachhilfe auf die anstehenden Aufnahmeprüfungen vor.
Den trotz meinem miesen Hauptschulabschluss ( Voraussetzung für die Schulen war Realschulabschluss),
hatte ich von beiden Schulen Termine bekommen.
Danach war warten angesagt.
Ich konnte nicht mehr schlafen oder etwas essen.
Ich schaute mehrmals täglich in den Briefkasten und brauch fast zusammen, als die Zusage von Pforzheim in meinen Händen hatte.
Ich nahm einen Wohnungswechsel, Abhängigkeit vom Amt und private schwierigkeiten in Kauf, um meinen Traum zu verwirklichen.
Alles lief wie selbstverständlich ab und ich lernte und lebte 2 Jahre in Pforzheim.
Es passierte mehrmals, dass ich vor Freude und Dankbarkeit weinte als ich vom Parkplatz in das Schulgebäude lief.
Ich war sehr stolz und glücklich darüber, dass ich dort sein durfte.
Mit viel Nachhilfe, kämpfte ich mich durch manche schwierigen Fächer, aber immer mit dem Traum im Hinterkopf, dass Leben zu führen was ich führen möchte.
Nach Corona war es sehr schwer eine Praxisstelle für die letzten 1,5 Jahre zu bekommen.
Nach 61 Bewerbungen und 5 Probearbeiten fand ich als letzte Anlaufstelle, die richtige für mich .
Diese wird mich zwar mehr fördern als ich es verkraften kann, aber auch weit über das hinausbringen was ich mir in meinen kühnsten träumen vorstellen kann.
Seit diesem Jahr Juli habe ich meinen Gesellenbrief in der Hand und bin dem Jakobsweg jeden Tag unendlich dankbar für dieses lebensverändernde Geschenk.
Zum Dank laufe ich jedes Jahr ein Stück von Ihm und fühle mich dort angekommen und zuhause.
Alle Entscheidungen die ich dort schon getroffen habe, haben mich und mein Leben ins positive verändert. Hätte mir das jemand vor 10 Jahren gesagt, ich hätte ihm dem Vogel gezeigt.
Egal wie beschwerlich und lang dein Weg ist.
Hör auf dein Herz was es dir sagt und gehe diesen Weg auch wenn Zweifler, Neider oder große Steine im Weg liegen.
Schaue über deinen Tellerrand hinaus und wage neues.
Lass dich nicht von Ängsten leiten sondern von Mut und Neugierde.
Es lohnt sich weiter zu gehen um endlich im Leben und in Dir anzukommen.
Liebe Grüße
Sabrina
und
BUEN CAMINO 💙💛