13/08/2026
In den meisten Kanzleien arbeitet inzwischen jemand mit KI. Nur selten ist das jemand aus der Partnerschaft.
Das ist auch nachvollziehbar. Die Associates probieren neue Tools einfach schneller aus, der eigene Kalender ist voll, und damit fühlt sich das Thema erledigt an.
Bis man merkt, dass es das nicht ist.
Wer selbst nie mit dem Tool gearbeitet hat, kann die Arbeit der Associates natürlich trotzdem prüfen. Schwierig werden die Fragen davor. Wofür setzen wir das eigentlich ein und wofür ausdrücklich nicht? Woran erkennen wir ein Ergebnis, das sich hervorragend liest und trotzdem falsch ist? Und wer trägt das, wenn es beim Mandanten landet?
Am anderen Ende des Berufsstands ist es ähnlich. Solange KI an der Uni ein Wahlfach bleibt, kommen die Berufseinsteiger in einen Alltag, in dem sie das längst nicht mehr ist.
Inzwischen steht die Erwartung sogar im Gesetz: Artikel 4 der EU-KI-Verordnung verlangt, dass die Leute, die mit solchen Systemen arbeiten, sie auch verstehen. Nicht nur die, die sich ohnehin dafür interessieren.
Beruhigend ist, wie wenig dafür nötig ist. Wenn ihr wisst, warum ein Sprachmodell Dinge erfindet und was mit euren Daten passiert, sobald ihr sie hineinkopiert, seid ihr schon ziemlich weit. Niemand muss programmieren lernen. Es geht um ein realistisches Gefühl dafür, was da eigentlich passiert.
Wenn bei euch gerade KI eingeführt wird: Wer hat das Tool eigentlich selbst schon in der Hand gehabt, und wer bekommt nur die Ergebnisse auf den Tisch?
Mehr dazu, inklusive vier Schritten, für die man keinen technischen Hintergrund braucht: https://e.lexemo.com/de/blog/ki-kompetenz-fuer-juristen/