02/05/2026
Derzeit werden vermehrt reißerische Artikel gepostet, Solaranlagen abzuschalten, da sie zuviel Strom mittags produzieren und dieser dann „verschenkt“ wird ins Ausland und wir es dann teuer zurückkaufen. Besonders hervortun sich dabei die ahnungslosen der um am liebsten noch mit ach so hohen Euro-Zahlungen durch den Steuerzahler den kleinen Mann beeinflussen und beeindrucken zu wollen. Im Folgenden einmal eine vereinfachte Darstellung, warum das so ist und dass das auch vor den Erneuerbaren schon so war…
Solarstrom-Überschuss – was wirklich dahinter steckt
Aktuell liest man häufig von „zu viel Solarstrom“ und angeblich „verschenkter Energie ins Ausland“. Klingt dramatisch – ist aber vor allem ein Thema der Netzsteuerung.
Strom muss in jeder Sekunde im Gleichgewicht sein: Erzeugung = Verbrauch. Wenn an sonnigen Tagen kurzfristig mehr Strom erzeugt wird als verbraucht werden kann, entsteht ein Überschuss. Um die Netzfrequenz stabil bei 50 Hz zu halten, greifen die Übertragungsnetzbetreiber auf sogenannte Regelenergie zurück.
Bei einem Überschuss kommt negative Regelenergie zum Einsatz. Das bedeutet: Erzeugung wird reduziert oder zusätzlicher Verbrauch aktiviert. Wenn das nicht schnell genug gelingt, fließt Strom automatisch in unsere europäischen Nachbarländer. In solchen Situationen entstehen manchmal auch negative Strompreise – ein marktlicher Anreiz, damit Abnehmer den Strom aufnehmen.
Wichtig dabei: Dieses Phänomen ist kein neues „Solarproblem“.
Auch in der Zeit vor dem starken Ausbau erneuerbarer Energien gab es solche Situationen. Klassische Großkraftwerke (z. B. Kohle- oder Kernkraftwerke) sind technisch deutlich träger und konnten ihre Leistung oft nicht schnell genug reduzieren. Überschüsse und Stromexporte waren daher ebenfalls Realität – nur weniger sichtbar in der öffentlichen Diskussion.
Der Unterschied heute:Erneuerbare Energien – insbesondere Photovoltaik – lassen sich technisch deutlich schneller und präziser regeln als viele konventionelle Kraftwerke.
Die eigentliche Herausforderung liegt daher nicht in der Erzeugungsart, sondern in der Systemintegration:
Netzausbau
Speicherlösungen
Flexibler Verbrauch (z. B. Industrie, E-Mobilität)
Fazit:Überschüsse sind ein Zeichen dafür, dass wir zeitweise mehr günstige, saubere Energie erzeugen als aktuell genutzt werden kann. Die Aufgabe ist jetzt, das Energiesystem so weiterzuentwickeln, dass wir diese Energie optimal nutzen – nicht sie schlechtzureden.
Unter anderem deswegen gehen wir den politisch lange genug ausgebremsten Weg selbst und bauen mit Voltfang Speichersysteme, die auch der Regelenergie und Netzstabilisierung dienen. So kann jeder selbst mit profitieren und mit investieren.